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Alfred Nobel Teil 2: Verrat am Vaterland

Publicerat tisdag 3 oktober 2006 kl 15.10

Am 15. Dezember 1896 - also drei Tage nach dem Tod Alfred Nobels - wurde in Stockholm das Testament des großen Erfinders und Industriellen geöffnet: Nobel hatte es ein gutes Jahr zuvor in Paris verfasst. Der Inhalt des Testamentes kam für die nahen Angehörigen Nobels wie ein Schock: nur ein kleiner Teil des für die damalige Zeit gigantischen Vermögens fiel der Familie zu. Fast alles, so wollte es Nobel, sollte in einem Fonds angelegt werden, dessen Zinsen jährlich in Form von Preisgeldern an jene ausbezahlt werden sollte, die im jeweiligen Jahr der Menschheit mit Erfindungen die wichtigsten Beiträge geleistet hatten. Und zwar in den Bereichen: Physik, Chemie, Medizin und Physiologie, Literatur und Frieden.

Das Original des Testamentes liegt heute in einer Vitrine im Sitzungszimmer der Nobelstiftung im Zentrum von Stockholm, dessen Direktor Michael Sohlmann heißt. Sein Großvater Ragnar war es, der als junger ehemaliger Assistent von Alfred Nobel dafür sorgte, dass das Testament überhaupt in Kraft treten konnte. Denn nicht nur die Angehörigen, die sich geprellt fühlten, zweifelten die Gültigkeit des Testamentes an. Auch der damalige schwedische König Gustav II Adolf hielt nichts von den grenzüberschreitenden Intentionen Nobels: im Testament wurde nämlich festgehalten, dass die Preise unabhängig von der Nationalität verliehen werden sollen - eine Haltung die der König und viele andere Zeitgenossen als Verrat am Vaterland betrachteten.

Inspiration aus Österreich
Doch Alfred Nobel war zeitlebens ein Herumreisender gewesen und wurde von ganz anderen Weltanschauungen beeinflusst, als der vorherrschenden nationalen. Dabei spielte die Österreicherin Bertha von Suttner eine wichtige Rolle, betont Nobeldirektor Michael Sohlmann. Alfred Nobel hatte durch seine Tätigkeit besonders zu den Naturwissenschaften eine nahe Beziehung. Bertha von Suttner bewog ihn dazu, neben dem Friedenspreis auch einen Literaturpreis zu stiften. Dafür hat Horace Engdahl, der ständige Sekretär der Schwedischen Akademie folgenden Beleg gefunden: ”Für die Formulierungen zur Stiftung des Literaturnobelpreises hatte Nobel ein Exemplar einer internationalen französischen Zeitschrift vor sich. das hatte Bertha von Suttner ihm gegeben. Auf der Titelseite steht in französischer Übersetzung das berühmte Goethe-Wort über die Weltliteratur. Dass die Zeit der Nationalliteraturen vorbei ist und man dafür arbeiten müsse, die Epoche der Weltliteratur herbeizubringen.”

Doch zurück zur dramatischen Geschichte des Nobelschen Testamentes: Während die Familie Nobels in Paris versuchte, vor Ort die Wertschriften und den weiteren Besitz des verstorbenen Erfinders zu beanspruchen, brachte Ragnar Sohlmann Geld und Dokumente so schnell wie möglich nach Schweden. Da Nobel nie irgendwo formell als Einwohner registriert worden war, war letztlich die Frage entscheidend, wo sein offizieller Wohnsitz liegen sollte. ”Es war ja nicht klar, wo er eigentlich seinen Wohnsitz hatte und Bürger war. Deswegen wusste man nicht,. wo das Testament registriert werden sollte. Die schwedischen Verwandten von Alfred Nobel wollten es in Frankreich registrieren. In dem Fall würden wir wohl heute noch darum prozessieren”, schmunzelt Ragnar Sohlmanns Enkel Michael. ”Aber Ragnar Sohlmann und seinem Anwalt gelang es, zu beweisen, dass Nobel in Schweden, in Karlskoga ansässig war.”

Ohne Stall kein Nobelpreis
Warum es ohne einen Stall keinen Nobelpreis gegeben hätte
Im mittelschwedischen Karlskoga, rund 200 Kilometer westlich von Stockholm, hatte Nobel 1893 eine Fabrik Bofors gekauft. Ein Jahr später ließ er sich dort auch nieder. Deshalb war es 1897 dann auch das Gericht in Karlskoga, dass über die Gültigkeit des Testamentes entschied. Wenige Kilometer außerhalb des Stadtkernes von Karlskoga liegt Björkborn, Alfred Nobels letzter Wohnsitz. Hier wie überall wo Alfred Nobel Wohnungen hatte, wurde auch ein großes Labor eingerichtet. Im Unterschied zu den Wohnsitzen in San Remo oder Paris hatte Nobel in Björkborn aber auch einen Pferdestall. Damals galt gemäß dem Code Napoleon, dass ein Mann dort seinen offiziellen Wohnsitz hat, wo seine Pferde stehen. Ohne Stall in Karlskoga wäre also wahrscheinlich aus dem Nobelpreis nichts geworden.

Bruno Kaufmann

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