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Alfred Nobel Teil 4: Kritik am Preis

Publicerat tisdag 3 oktober 2006 kl 15.13

Mitunter ist es wie bei einem Fußballmatch. Kaum hat der Sekretär der Schwedischen Akademie bekanntgegeben, wer den Literaturnobelpreis erhält, beginnt auch schon die öffentliche Debatte darüber, ob dies nun ein verdienter Preisträger sei – oder nicht. Manche kommen gleich mit eigenen Vorschlägen und betonen, dass nun zum Beispiel wirklich höchste Zeit wäre, Kinderbuchautorin Astrid Lindgren die Auszeichnung zu verleihen.

Kritisiert wird aber auch das Nobelsystem als solches. Es werden die falschen Preise, an die falschen Menschen in den falschen Bereichen verliehen, meint etwa der deutsch-britisch-schwedische Dreifachbürger Jakob von Uexkull, der seit 1980 einen Alternativen Nobelpreis für das richtige Leben, den Right Livelihood Award verteilt.

Seine Kritik am Nobelpreissystem versteht der in London lebende von Uexkull aber auch als Würdigung einiger Grundgedanken in Alfred Nobels Testament: „Die Nobelpreise wurden in einer sehr nationalistischen Zeit gestiftet. Es waren die ersten internationalen Preise. Das allein machte sie damals schon erstaunlich. Aber ich finde es sehr problematisch, wenn die wissenschaftlichen Preise heute erneuerbare Energien, Solarphysik oder die sanfte Chemie nicht berücksichtigen. oder wenn die Medizinpreise einseitig auf die westliche Medizin ausgerichtet sind. Da versucht der Right Livelihood Award andere Zeichen zu setzen”, versichert Uexkull.

Eine Alternative

„Die zeitliche und räumliche Nähe zu den Nobelpreisen hilft sehr vielen Menschen darüber nachzudenken.” Der Alternative Nobelpreis sei eine Herausforderung an die Nobelpreise, aber er sei auch ein Kompliment an ihre Bedeutung im vergangenen Jahrhundert.”

Allerdings ist Jakob von Uexkull, der für seine Stiftung die Briefmarkensammlung des Vaters verkauft hatte, überzeugt, dass die Nobelpreise zu wenig auf die heutigen Bedürfnisse zugeschnitten sind: „Sie gehen oft in die falsche Richtung, sie sind häufig industriegesteuert, ideologisch. Sie vernachlässigen viel von dem, was heute wichtig ist. Es gibt zum Beispiel keinen Ökologienobelpreis. Das ist bezeichnend für die Prioritäten, des vergangenen Jahrhunderts”, kritisiert von Uexkull.


System erneuern

Zwei Millionen Kronen teilen sich die Preisträgerinnen und Preisträger des Right Livelihood Awards jährlich. Ähnlich den Nobelpreisträgern werden sie in einem sorgfältigen Auswahlverfahren gefunden.

Aus dem Windschatten der Nobelpreise heraus hofft der Stifter des Alternativen Nobelpreises, von Uexkull, dass sich das Nobelsystem in den kommenden Jahren selbst erneuern wird. „Im vergangenen Jahrhundert wurde ein neuer Preis gestiftet, der nicht von Nobel selbst stammt, der Wirtschaftspreis. Ich meine, es wäre an der Zeit, in diesem Jahrhundert einen Ökologiepreis einzuführen. Damit würde man ein Zeichen setzen. Ich fände auch einen Preis für die Weisheit der Dritten Welt schön. Die große Mehrheit im Süden der Erde kommt ja bei den Nobelpreisprioritgierungen selten vor. Mehr Offenheit für die existierenden Preise wäre auch wünschenswert.”

Umstrittener Wirtschaftspreis


Bei den Verantwortlichen in der Nobelstiftung und den Nobelkomitees will man allerdings von neuen Preisen nichts wissen. Die Einführung eines Wirtschaftspreises 1968 gilt heute als Missgriff, der sich nicht wiederholen darf.

Auch an der einseitigen Elitenförderung wollen die heutigen Verwalter des Nobelschen Erbes festhalten, meint der Vorsitzende der Nobelversammlung im Karolinischen Institut Sten Lindahl: „Natürlich machen unsere Preise die Starken noch stärker. Aber wir haben keine Alternative zur Elitenförderung, denn eine kleine Elite mit ganz besonderen Fähigkeiten ist nötig, um auch eine Breite schaffen zu können“, sagt Lindahl.

Korruption bei der Nobelpreisvergabe?

 
Machen die Kompetenzen über die Verteilung der begehrten Preise nicht über kurz oder lang die Verantwortlichen anfällig für Schmiergelder und Kampagnen? „Es gibt viele Lobbyversuche, das stimmt”, pflichtet der Direktor des Nobelinstitutes in Oslo, Geir Lundestad, bei. „Aber das meiste ist ziemlich harmlos. Als höflicher Mensch bin ich zudem gerne bereit, Personen aus der ganzen Welt, die einen bestimmten Kandidaten fördern wollen, hier im Büro für eine halbe Stunde zu empfangen“, sagt Geir Lundestad.


Die Insider des Systems sind ausnahmslos für die Beibehaltung des Status Quo, von Außen her wird größerer Reformbedarf angemeldet, unterstreicht der Nobelhistoriker Oyvind Steinersen: „Man braucht vielleicht neue Kategorien für neue Menschen. Warum nicht einem Popstar, einem Journalisten, einem Alltagshelden, der ein Symbol werden kann, den Nobelpreis verleihen? Ich glaube, man darf die Auswahl nicht nur wie gehabt unter Politikern treffen, sondern muss neue Wege finden”, rät der Nobelhistoriker.

Bruno Kaufmann

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