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Norrlandsoperan à la africaine: George Gershwin in Nordschweden

Publicerat tisdag 10 oktober 2006 kl 14.25

In Schwedens nördlichster Oper, der Norrlandsoperan von Umeå, hatte am Wochenende George Gershwins „Porgy and Bess“ Premiere – wenn man so will: schwedische Urpremiere. Denn erstmals wird die Oper gemäss den noch immer gültigen Forderungen George Gershwins aufgeführt. Demnach müssen die Darsteller schwarzer Hautfarbe sein. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum das gesamte Ensemble aus Südafrika stammt.

Die Arie „Summertime“ ist gleichermassen Wohl und Fluch von George Gershwins Oper „Porgy and Bess“. Denn jeder kennt das Stück und fast jeder glaubt, es handele sich bei „Porgy and Bess“ um ein Musical. Tatsächlich aber ist „Porgy and Bess“ eine Oper. Dirigent Ira Levin musste dies selbst seinem Orchester klarmachen:

„Es ist von der Technik her sehr schwierig. Man muss vor allem das spielen, was zwischen den Noten steht. Wenn man es so spielt, wie es da steht, dann hört es sich an wie ein Wiener Walzer. Deswegen sage ich den Musikern manchmal, sie sollen ein bisschen so spielen, als seien sie betrunken. Sonst würden sie einfach nur vom Blatt spielen.“

Ensemble aus Südafrika 

1935 in New York uraufgeführt, feiert die Oper über das Leben der unterdrückten schwarzen Bevölkerung in den Südstaaten der USA nun im nordschwedischen Umeå in doppeltem Sinne Premiere. Zum einen wird die Oper erstmals gemäss den Statuten George Gershwins auf eine schwedische Bühne gebracht, wonach nur schwarze Darsteller schwarze Charaktere spielen dürfen. Zum anderen ist die Inszenierung eine Kooperation zwischen Norrlandsoperan in Umeå und der Cape Town Opera in Kapstadt. Aus diesem Grunde kommt nahezu das gesamte Ensemble aus Südafrika.

Drei Jahre erfolgreicher Kooperation 

Seit drei Jahren nun arbeiten die Cape Town Opera und Norrlandsoperan zusammen. „Porgy and Bess“ ist der bisherige Höhepunkt dieser Kooperation. Wenngleich Umeå weitab im Norden Schwedens liegt, geniesst seine Oper über die Grenzen des Landes hinweg einen ausgezeichneten Ruf. Das bestätigen auch die bisherigen Kritiken zu „Porgy and Bess“. Ganz anders war das bei der Uraufführung 1935, erzählt Dirigent Ira Levin. Damals habe Komponist George Gershwin ein Fiasko erlebt:

„Die feine Gesellschaft akzeptierte das Stück nicht, ebenso wenig die schwarze Bevölkerung. Duke Ellington und viele andere fühlten sich durch die Darstellung der Charaktere beleidigt. Schliesslich werden hier fast nur Ungebildete, Kriminelle oder Drogenabhängige im Schwarzen-Millieu gezeichnet – zu allem Überfluss aus der Feder eines russischstämmigen Juden aus Brooklyn. Auch die Kritiken waren verheerend. Keiner gab der Oper eine Chance. Und heute kann jeder Melodien wie ‚Summertime’ mitsingen.“

”Sehr unschwedisch”

Von sehr unschwedischen, kraftvollen Tönen sprechen die schwedischen Musikrezensenten. Fast schon ein wenig zu kraftvoll seien Töne, Farben und Darsteller. Gleichwohl werden wohl sämtliche Vorstellungen in Umeå bis Ende Oktober ausverkauft sein, womit Norrlandsoperan seien Ruf als internationale Vorzeigebühne befestigen kann – dank südafrikanischer Unterstützung.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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