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Erfinderinnen - die Ausstellung

Publicerat fredag 13 oktober 2006 kl 13.36

Wer sagt eigentlich, dass Pferdehufe aus Metall sein müssen? Oder dass man mit einem langen Rock nicht Fahrrad fahren kann? Dergleichen vorgefasste Meinungen sind passé, seit sich einfallsreiche Frauen der Sache angenommen haben. Um Erfinderinnen geht es in der einer Ausstellung des Technischen Museums in Stockholm. Hier kann man die Produkte ihrer Geistesblitze in Augenschein nehmen - Erfindungen älteren wie neueren Datums, Lösungen, die noch auf ihren grossen Durchbruch warten und solche, die schon den Siegeszug in Schweden und in die Welt angetreten haben.

An Aufmerksamkeit für den weiblichen Einfallsreichtum herrscht an diesem Eröffnungstag der Ausstellung kein Mangel. Eingefunden hat sich eine beachtliche Zahl von Journalisten oder genauer gesagt: von Journalistinnen.

In betrüblicher Proportion zum offenkundig nicht gerade brennenden männlichen Interesse steht auch nach wie vor der Anteil von Frauen an der gesamten Erfinder-Gemeinschaft, sagt Ausstellungskuratorin Åsa Lindgren: „1890 gingen drei Prozent aller Erfindungen auf das Konto von Frauen. Heute sind es fünf Prozent. In mehr als 100 Jahren hat sich also nicht sonderlich viel getan. Das hat verschiedene Ursachen: Zum einen ist eine Patentanmeldung ziemlich umständlich und teuer, und viele Frauen hatten und haben nicht die entsprechenden finanziellen Möglichkeiten. Zum anderen, glaube ich, spielen auch traditionelle Sichtweisen eine Rolle. Frauen neigen im Gegensatz zu Männern dazu, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, nach dem Motto: Was ist schon dran an dieser Idee, es lohnt sich nicht, dafür viel zu investieren.”

Anti-Vergewaltigungsschnalle

Die Ausnahmen von dieser Genügsamkeits-Regel sind hier im Museum in Augenschein zu nehmen. Zu den Pionierinnen zählte Marie Curie. Für ihre bahnbrechende Forschung im Bereich der Radioaktivität erhielt die 1867 geborene Französin als bisher einziger Mensch den Nobelpreis sowohl für Physik als auch für Chemie. Im Schweden des 21. Jahrhunderts hat sich die 18-jährige Nadja Björk einem etwas bodenständigeren und leider höchst aktuellen Problem angenommen. Ihr Patent: eine Anti-Vergewaltigungs-Schnalle.

Die Erfinderin berichtet: ”Die Schnalle besteht aus zwei Metallspannen, die man an seinem Gürtel befestigt. Um die Schnalle zu öffnen, muss ein Vergewaltiger beide Hände benutzen. Das gibt dir als Frau die Chance, zu überlegen, wie du dich losmachen kannst.” Vor zwei Jahren entwickelte Nadja Björk ihr Patent gemeinsam mit Mitschülern im Technik-Kurs des Gymnasiums. Nicht zuletzt angesichts beunruhigender Statistiken über die rapide Zunahme von angezeigten Vergewaltigungen stiess die Erfindung auf reges Interesse. Inzwischen kann man die Schnalle im Geschäft kaufen. Die junge Erfinderin arbeitet mit dieser und mit neuen Ideen rund um die Uhr in ihrem eigenen Unternehmen.

”Typische Frauen-Erfindung”

Für die Kuratorin Åsa Lindgren ist dies eine typische Erfindung mit weiblichem Copyright. „Nach wie vor drehen sich diese Erfindungen oft um den Alltag, um häusliche Dinge, um Pflege und Gesundheit. Das ist ganz logisch - in diesen Bereichen haben sich Frauen traditionell bewegt. Aber wenn wir erst mal in andere Gebiete vorstossen, dann sind wir genauso einfallsreich und kreativ wie die Männer.”

Beispiele für die so genannten traditionell weiblichen Erfindungen sind der breite Fahrradsattel für Rockbekleidete, der jetzt kurz vor der Produktion steht, oder auch der Narkose-Nuckel für Babys. Entwickelt wurde der Nuckel von der schwedischen Krankenschwester Monika Dahlstrand, die in ihrer täglichen Arbeit erfahren musste, wie schwer es ist, einem unruhigen, strampelnden Säugling die Narkose-Maske überzustülpen. Eine Frau, Ninni Kronberg, steht auch hinter der Erfindung des Milchpulvers. Ihr Patent aus dem Jahre 1937 entsprang der damaligen schwedischen Überproduktion von Milch - im Gegensatz zur herkömmlichen Milch, die rasch sauer wurde, konnte man sich des Überflusses dank der findigen Ninni Kronberg in Pulverform per Export entledigen.

Schutz vor Taschendieben

Doch zurück zum gegenwärtigen und nicht immer erfreulichen schwedischen Alltag. Einen Ätsch-Effekt für Taschendiebe bietet Petra Wadströms Power-Schnur, die das begehrte Gut wirksam festhält: ”Mein Patent besteht aus zwei starken Klemmen und einer elastischen Schnur. Man klemmt die Schnur zum Beispiel an der Handtasche und am Portemonnaie an, oder auch am Laptop. Die Schnur hält 8 Kilo Gewicht aus. Ich kam darauf, weil in meinem Bekanntenkreis ein paar alte Damen bestohlen worden sind. Sie waren hinterher alle ganz verzweifelt und das hat mich so richtig wütend gemacht. Inzwischen habe ich eine Menge Dankesbriefe von Leuten bekommen, an denen Taschendiebe gescheitert sind. In mehr als dreissig Geschäften hier in Schweden kann man die Power-Schnur kaufen.”

Welterfolg mit Gratiszeitung

Während Petra Wadström den internationalen Markt noch beackert, liegt die Welt zwei anderen schwedischen Frauen schon zu Füssen: Die Stockholmerin Monica Lindstedt hob Anfang der 90-er die Gratis-Zeitung Metro aus der Taufe. Heute wird das Blatt von 18 Millionen Menschen in 21 Ländern gelesen; es war Vorbild für Gratiszeitungen in der ganzen Welt. Aus der südschwedischen Provinz Skåne stammt das Patent von Lone Pedersen. Sie entwickelte im Jahr 1993 Pferdehufeisen aus Gummi - bequem nicht zuletzt für Gäule, die ihren Dienst vorwiegend auf Pflastersteinen verrichten. Gummihufeisen mit Metallkern tragen mittlerweile unter anderem die Pferde in der thaliändischen Armee und die Paradepferdchen von Russlands Präsident Putin. Wenn das keine lohnende Erfindung ist.

Anne Rentzsch

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