Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Jesus-Ausstellung - Anlass zum Aufruhr?

Publicerat fredag 13 oktober 2006 kl 15.33

Wie weit dürfen Kunst und Satire gehen, wenn es um die Darstellung von religiösen Figuren wie Mohammed oder Jesus geht? Diese Frage wurde im Frühjahr heftig diskutiert, nachdem die Veröffentlichung von Karikakaturen des Propheten Mohammed in Dänemark bei Muslimen Unverständnis und brutale Gewalt ausgelöst hatten. Umgekehrt regen auch provokative Christusbilder in der „westlichen Welt” immer noch die Gemüter auf. Im Frühjahr quittierte Stockholms Domprobst Hakon Långström seinen Dienst, weil er eine geplante Foto-Ausstellung mit Christus als Thema als eine Kränkung dieser christlichen Gestalt ansah. Im Kulturhuset läuft nun die Fotoausstellung „Uppenbar(a)t” mit Christusbildern in der Fotographie.

Jesus ist Superman. Er hat einen blauen Umhang, der im Wind flattert, hinter ihm rauscht der Ozean, langsam geht die Sonne unter. Superman ist ans Kreuz genagelt.

Jesus ist Che Guevara. Er liegt auf einer Bahre. Im Jahr 1967. Um ihn herum stehen Soldaten, Zivilisten, ein Offizier zeigt auf seinen Bauch. Che Guevara ist tot.

Videokunst als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen

„Keiner weiss, wie Jesus aussah. Und wenn man hier durch die Räume geht, dann findet man Bilder, auf denen das Leben von Jesus in Szene gesetzt wurde”, sagt Ingemar Arnesson, der Ausstellungsmacher. „Wir haben diese Ausstellung gemacht, weil sie drei Teilbereiche unserer Arbeit gut abdeckt. Zum einen haben wir im Kulturhaus Videokunst und Fotographie als Schwerpunkte. Zum anderen zeigt gerade die Auseinandersetzung mit Jesus in der Fotogafie gut, wie sich dieses Genre als Kunstart entwickelt hat - von Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Und drittens ist die Fotografie auch ein Medium, das gesellschaftliche Entwicklungen abbildet.”

Tabu-Themen plakativ dargestellt

Aids, Downsyndrom, Nazionalsozialismus - Krankheit, Behinderung und Extremismus sind Thema in der Ausstellung. Bei Rauf Mamedov aus Azerbaidschan etwa hat sich Jesus mit seinen Jüngern an einem langen Tisch zum Abendmahl niedergelassen. Sie sind in mittelalterliche Kutten gehüllt, der Hintergrund ist schwarz, die Kutten der Apostel schlagen Falten wie bei einem alten Meisterwerk aus der Renaissance. Alle Männer haben das Down-Syndrom. Gegenüber hängen Bilder aus den Krigsregionen der Welt. Der tote Revolutionär Che Guevara auf einer Bahre ist zu sehen, aber auch ein Palästinenser.

„Das hier ist eine Serie von Fotos von Menschen, die sich geopfert haben. Für etwas, an das sie geglaubt haben”, meint Camilla Wirsén, die Ausstellungsproduzentin. „Zum Beispiel dieses Bild hier. Man sieht einen Palästinenser, der die Arme ausstreckt, als würde er gerade vom Kreuz heruntergenommen. Hier sieht man, wie Jesus unter uns ist, in unserer Mitte. Und deshalb ist Jesus nicht nur ein christliches Symbol, sondern auch ein Symbol für Menschen, die Widerstand leisten und sich für das einsetzen, an das sie glauben.”

Starke Gefühle hervorrufen

Gestellte Szenen aus Jesus’ Leben, Fotos, die die Jungfrau Maria mit Kind zum Vorbild haben und in gleicher Pose eine blinde Frau in einem Flüchtlingslager in Israel zeigen, schwarz verschleiert, das Kind schlafend. Männer, die sterbend in den Armen einer Frau liegen wie einst Jesus, nachdem er vom Kreuz abgenommen wurde. Verbindendes Element ist der goldene Hintergrund der Wände, an denen die Bilder hängen. Entworfen hat sie der Architekt Anders Wilhelmson.

„Der Raum hat einen viereckigen Grundriss, wie ein aufgebrochenes Kreuz. Dieser kleinere Bereich, in dem wir gerade stehen, erinnert auch an ein aufgebrochenes Hakenkreuz, wie es die Fotografie des Deutschen John Heartfield da drüben zeigt. Dadurch spiegelt der Grundriss die Bedeutung der Werke. Und all diese Bedeutungen werden übereinander geschichtet, um starke Gefühle hervorzurufen. Deshalb haben wir auch die goldene Farbe gewählt. Nicht, weil sie kirchlich ist”, erklärt Wilhelmson.

”Keiner weiss, wie Jesus aussah”

Die Bilder hat Nissan Perez vom Israel-Museum in Jerusalem ausgewählt. Es ging ihm darum, Künstler aller Religionen und Anschauungen zu Wort kommen zu lassen. Kein Wunder, wird sein Land doch tagtäglich vom Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zermalen. Stolz führt er die Schar der Interessierten daher in eine Ecke, wo der Einfluss der verschiedenen Religionen deutlich zu sehen ist.

„Hier sehen wir die Szene einer Taufe. Sie stammt aus Amerika in den 20er Jahren und wir sehen, wie Baptisten neue Gemeindemitglieder in einem Gewässer taufen. Daneben hängt ein Bild des japanischen Fotografen Morimura. Es sieht aus, als trage er selbst seinen Kopf wie Johannes der Täufer in einer Schale. Und gegenüber sehen wir eine traditionelle Darstellung. Drei Möglichkeiten, die Welt zu sehen, zu verstehen und in Kunst umzusetzen...Keiner weiss, wie Jesus aussah.”

Agnes Bührig

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".