Schwedische Fischer fangen oft schwarz

Eine neue Studie der EU wirft schlechtes Licht auf die schwedische Fischereiwirtschaft. Demnach wird jeder fünfte Ostseefisch schwarz gefangen. Schweden schneidet damit am zweitschlechtesten von allen Ostseeanrainern ab. Der Fischereiverband kündigte umgehend Gegenmaßnahmen an.

Wenn es um die drohende Ausrottung des Dorsches in der Ostsee geht, erhebt Schweden meist zuerst den Zeigefinger. Noch jeder schwedische Umweltminister hat bislang bei seinen Amtskollegen aus den Nachbarstaaten angemahnt, die nationalen Fischereiquoten drastisch zu senken.

Doch wie sich nun zeigt, überschreiten vor allem schwedische Fischer die zugeteilten Fangquoten – und das in hohem Maße. Zu diesem Schluss gelangt nun eine Studie der EU-Kommission. Sie ließ die tatsächlich gemachten Fänge auf 208 Booten rund um die Ostsee auf die Gesamtquoten der jeweiligen Staaten hochrechnen. Ergebnis: Schwedische Fischer hatten 21 Prozent größere Fänge als sie laut Quote eigentlich haben durften. Mit anderen Worten: Gut ein Fünftel wurde schwarz gefangen.

Axel Wenblad, Generaldirektor des schwedischen Fischereiamts, begrüsst die EU-Studie: „Ich befürworte das. Als Margot Wallström noch EU-Umweltkommissarin war, prägte sie den Ausdruck ‚name and shame’ – die Besten und Schlechtesten sollen öffentlich benannt werden. Das hier ist im Grunde dasselbe.“

Nur Polen schneidet schlechter ab 

Im Ostseeraum schneidet nur Polen noch schlechter ab als Schweden. Laut EU-Studie stammt dort rund die Hälfte des Fischs aus Schwarzfängen. Deutsche Fischer überschritten im Schnitt um immerhin 14 Prozent die zugeteilten Fangquoten.

Für den Vorsitzenden des schwedischen Fischereiverbands, Henrik Svenberg, sind die EU-Zahlen alarmierend: „Es ist gut, wenn die Kommission ihre Zahlen veröffentlicht. Dadurch wird das Problem benannt. Und wir müssen unsererseits mit dem Problem umgehen.“

Erste Konsequenzen aus der EU-Untersuchung wollen nun Einzelhandelsketten in Dänemark ziehen. Laut Presseberichten werden sie Ostseedorsch künftig komplett aus dem Sortiment nehmen. Dadurch wolle man sicherstellen, keinen illegal gefangenen Fisch zu verkaufen, hieß es.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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