WM finanzieller Erfolg für Åre

In Åre, dem Austragungsort der alpinen Skiweltmeisterschaften, ist wieder der Alltag eingekehrt. Die Skiprofis sind nach Hause gefahren. Zeit Bilanz zu ziehen: über die Bedeutung der WM für ihren Austragungsort und für den Wintersport in Schweden.

Beim Siegerfest am Sonntag im nasskalten Stockholmer Park Kungsträdgården war die Stimmung riesig. Nach vollbrachten Taten auf den Pisten von Åre wurden die schwedischen Skistars gemeinsam per Hubschrauber in die Hauptstadt geflogen und von rund 2000 Fans bejubelt.

Der kleine Zatof Zeton weiss, warum er sich im Stockholmer Kungsträdgården kalte Füsse holt. „Das Schönste hier ist, dass man die Skiasse sehen kann. Das ist cool!”

Für Klara Sirén ist klar, auf wer am wichtigsten ist: „Anja ist natürlich die Beste“ ist die junge Frau überzeugt. „Sie ist unglaublich und hat Sachen geschafft, die bisher noch keiner Skiläuferin gelungen sind.“ – Anja Pärson ist die erste Frau der Welt, die fünf Medaillen in einer einzigen WM erlaufen hat.

Sportliche Erfolge
Außer Medaillen und einem zweiten Platz hinter Österreich bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Åre hat Schweden auch einige Millionen Kronen Einnahmen zu verbuchen. Sowohl für die Unternehmen in Åre als auch durch Steuern für den Staat. Im 40.000-Seelenort Åre haben Unternehmer und Kommunalpolitiker ausgezeichnet zusammengearbeitet. Aber insgesamt klagt die Fremdenverkehrsbranche darüber, dass die Politiker nicht verstehen, wie wichtig der Tourismus als Wirtschaftszweig ist.

Wirtschaftliche Erfolge
An den 16 Tagen der Weltmeisterschaft haben ungefähr 100.000 Gäste Åre besucht. Für die Geschäftsleute des Ortes ein wahrer Traum. Einzig Håkan Hansson vom Skiverleih hat während der WM einen Rückgang verzeichnen müssen. Aber das betrübt ihn nicht weiter: „Das WM-Publikum war ja nicht hier um selbst Ski zu laufen sondern natürlich zum Zuschauen. Aber jetzt sind die normalen Wintersportgäste wieder da. Und die WM wird uns einen stabilen Zuwachs an Gästen geben, da sind wir sehr zuversichtlich“, versichert Håkan Hansson.

Wintersportwochen und Weekend
Die schwedischen Sportferien sind in vollem Gang und auch ohne WM ist Åre zurzeit ausverkauft. Die Weltmeisterschaft war aber äußerst werbewirksam, findet Pocke Nilsson, der Vorsitzende des örtlichen Unternehmervereins: „Zum Geldverdienen haben wir uns schlliesslich nicht um die WM 2007 beworben. Wir haben langfristiger gedacht.“

Zuzug
Insgesamt setzt der Fremdenverkehr in Åre ungefähr zwei Milliarden Kronen pro Jahr um. Die Weltmeisterschaft rund hat eine halbe Milliarde gekostet. Åre musste sie ohne staatliche Hilfe schultern. Aber die Vorteile liegen auf der Hand: Während die anderen Gemeinden im  schwedischen Inland mehr und mehr schrumpfen, hat Åre Zuzug.

Gastronom Jonas Dahlbom aus Südschweden hat ein Restaurant eröffnet. „Eigentlich bin ich aus Halmstad. Zuletzt hatte ich ein Restaurant in Göteborg. Das Angebot, hier im Zentrum von Åre ein Restaurant zu eröffnen, hab ich angenommen, weil der Ort mir und der Familie gut gefällt. Günstige Lage und nette Umgebung für den Betrieb. Und die Wälder und die Natur rundherum sind gut für meine beiden kleinen Kinder. Denen gefällt es natürlich großartig.“

Optimismus für die Zukunft
Die Unternehmer loben die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Gemeinde. Darüber, dass zurzeit Hochkonjunktur in dem Wintersportort herrscht, sind sich alle einig. Entsprechend ist die Furcht vor dem nächsten Tief ist nicht ausgeprägt; schließlich ist es bisher immer wieder weitergegangen und Åre hat sich entwickelt.

Sybille Neveling

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