Volvo will Nissan Diesel übernehmen

Der schwedische LKW-Hersteller Volvo will seinen japanischen Konkurrenten Nissan Diesel übernehmen. Als Kaufsumme sind umgerechnet 815 Millionen Euro im Gespräch. Ein wichtiger Grund für den Übernahmewunsch sind die erfolgreichen Hybridmotoren von Nissan Diesel. Volvo müsste große und zeitraubende Investitionen machen, um ähnliche Motoren selber zu entwickeln. Das sagte der stellvertretende Volvo-Chef Jorma Halonen auf einer Pressekonferenz in Japan.

„Investitionen in diese neue Motortechnik sind natürlich sehr hoch“, erklärte Jorma Halonen. Nissan Diesel völlig zu kontrollieren wäre wesentlich einfacher und schneller, um mit dieser neuen Technik weiterzuarbeiten“, fügte der stellvertretende Volvo-Chef hinzu.

Synergieeffekte
Volvo ist nach Daimler-Chrysler der zweitgrößte Lkw-Hersteller der Welt; und Volvo will wachsen um konkurrenzfähig zu bleiben. Daher braucht der skandinavische Nutzfahrzeughersteller neue LKW-Motoren, die den steigenden Umweltanforderungen gerecht werden, für eine langwierige Entwicklungsarbeit fehle dem Unternehmen die Zeit, urteilt das Volvo-Management. Zudem verspricht sich Volvo Synergieeffekte durch koordinierten Einkauf. Hier könnte man etwa 200 Millionen Euro pro Jahr einsparen, kalkuliert Volvo. Aber das skandinavische Unternehmen ist auch an einer fortgesetzten gemeinsamen Produktentwicklung und nicht zuletzt am Zugang zum japanischen Händlernetz interessiert.

All dies will Volvo sich einiges kosten lassen. Das Angebot für Nissan Diesel gilt als großzügig: Es liegt 32 Prozent höher als der aktuelle Börsenwert des japanischen Nutzfahrzeugherstellers. Denn an Geld fehlt es dem schwedischen LKW-Bauer nicht: Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von rund 1,8 Milliarden Euro.

Umstrukturierung
Die Gründe für den Deal sind also ähnlich wie die, die zu dem misslungenen Übernahmeversuch von MAN und Scania geführt haben. In der gesamten Nutzfahrzeugbranche wird stark umstrukturiert. Volvo hofft auf eine bessere Position in Asien, besonders in China.

Überraschend kommt das Übernahmeangebot also nicht. Schon im März 2006 hat Volvo einen Anteil von Nissan Diesel erworben und seine Beteiligung dann im September auf 19 Prozent aufgestockt. Der Nissan-Aufsichtsrat in Tokio hat sich schon für die Annahme des schwedischen Angebots ausgesprochen. Wenn die Kartellbehörden zustimmen, könnte die Übernahme bereits Ende März Wirklichkeit werden.

Sybille Neveling

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