Bestechungsvorwürfe im JAS-Geschäft

Der schwedische Flugzeugbauer Saab soll sein Kampfflugzeug JAS Gripen in Tschechien mit Hilfe von geheimen Mittelsmännern und Bestechungsgeldern vermarktet haben. Beteiligt an diesen illegalen Verkaufstaktiken soll auch Saabs britischer Partner BAE gewesen sein.

Flugzeughersteller Saab zahlte versteckte Provisionen in Höhe von sechsstelligen Eurobeträgen aus, um sein Kampfflugzeug JAS Gripen an den Käufer zu bringen. Das Unternehmen bediente sich dazu dreier Mittelsmänner, zeigen die Recherchen des Schwedischen Fernsehens. Sogar als deutlich wurde, dass Tschechien lediglich 14 Kampfflugzeuge vom schwedischen Staat m i e t e n würde, entrichtete Saab die entsprechenden Belohnungen an die Vermittler. Saab bestreitet diese Angaben.

Kein Kauf
Das Unternehmen arbeitete lange mit der britischen Firma Aerospace, BAE, zusammen, um JAS Gripen in mehreren Ländern zu vermarkten. Fast wäre dieses Marketing in Tschechien gelungen. Aber schließlich scheiterte das Geschäft am „Nein“ des tschechischen Parlaments.

Die Reporter des Schwedischen Fernsehens haben Einsicht in einen Vertrag genommen, den Saabs früherer Marketingchef unterschrieben hat. Darin werden den Beratern Provisionsbeträge in Millionenhöhe zugesichert. Aber der Geschäftsführer von Saabs Unternehmen Gripen International, Johan Lehander, bestreitet die Existenz dieser Mittelsmänner: „Ich habe außerordentlich gute Kontrolle über unsere Berater. Aber mit Beratern dieser Art haben wir keine Verträge.“

Provision auf die Bahamas
Zur Unterstützung des JAS-Geschäfts sollen mehrere tschechische Parlamentarier finanzielle Angebote erhalten haben. Bei dem Geschäft, aus dem dann wirklich etwas wurde,  dem Mietvertrag, sollen umgerechnet etwa neun Millionen Euro Provision an ein Unternehmen mit Sitz auf den Bahamas überwiesen worden sein. Johan Lehander sagt, dass er von diesen Transaktionen nichts weiß. 

Aber obgleich die Unternehmensleitung von Saab die Existenz von Bestechungsgeldern und bezahlten Mittelsmännern bestreitet, wird die Staatsanwaltschaft in dem Fall ermitteln. Oberstaatsanwalt Christer van der Kwast hat sich schon eingeschaltet, sagt Saabs Informationsdirektorin Helena Stålnert: „Bisher hat er informell Kontakt aufgenommen. Aber er wird noch mitteilen, wie er weiter verfährt“, sagt Stålnert.

Untersuchungskommission
Die vermutete Bestechungsaffäre hat auch Politiker verschiedener Parteien auf den Plan gerufen. Der Sozialdemokrat Håkan Juholt ist Mitglied des parlamentarischen Verteidigungsausschusses, er fordert Transparenz: „Saab muss klar und deutlich zeigen, dass das Unternehmen nicht selbst oder durch Vermittler versucht hat, die Stimmen von Parlamentsmitgliedern zu kaufen.“

Mehrere andere Parteien wollen eine staatliche Untersuchungskommission der vermuteten Bestechungsfälle berufen.

Sybille Neveling

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