Kritik an Bildts Kontakten

Außenminister Carl Bildt ist erneut heftigen Angriffen ausgesetzt, wegen seiner Verbindungen zu kontroversen Unternehmen und politischen Gruppen. Noch stellt sich Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt vor seinen Außenminister. Die Kritik werde von Bildts Gegnern betrieben, von Menschen, die jegliche Form von privatem Eigentum verabscheuen, und von Journalisten, die eine Verfolgungskampagne auslösen wollen, sagt Reinfeldt.

„Warum dieses ständige Mäkeln? Was treibt diese Menschen dazu? Worin liegt die mediale Logik?“, fragt Fredrik Reinfeldt rhetorisch. „Sind die tatsächlichen Verhältnisse das Entscheidende oder die politischen Sympathien? Geht es darum, alles was mit Marktwirtschaft und Eigentum zu tun hat, in Frage zu stellen? Ich glaube, der Grund ist von jedem etwas.“

Angeprangerter Aktienbesitz
Nach neuen Angaben soll Bildt Aktien im Balkanfond von East Capital besitzen, der unter anderem in serbische Unternehmen investiert, die Verbindungen zu mutmaßlichen Kriegsverbrechern unterhalten.

Aus diesem Aktienbesitz eine Verbindung zwischen dem Außenminister und Kriegsverbrechern herzuleiten, sei jedoch unangebracht, so Fredrik Reinfeldt. „Am Ende wird dann jeder Aktienfond mit Kontakten ins Ausland angeschwärzt. Und dann sind viele Schweden betroffen: so gut wie jeder Rentensparer und überhaupt alle, die Aktienfonds haben“, wiegelt Reinfeldt ab. 

Auch Bildts politisches Engagement ist unter Beschuss. Carl Bildt hat mit einer amerikanischen Organisation, die für die US-Invasion im Irak arbeitete, sympathisiert, dem „Committee for the Liberation of Iraq”.

In seinem Blogg bestätigt Bildt, dass er für eine Besetzung des Irak war. Er fügt hinzu, dass auch andere bekannte und respektierte Politiker Mitglieder der Gruppe waren, etwa der polnische Publizist Adam Michnik oder der litauische EU-Parlamentsabgeordnete Vytautas Landsbergis.

„Schadet Schwedens Ansehen” 


Göran Persson, scheidender Vorsitzender der Sozialdemokraten, findet Carl Bildts politische Interessen noch bedenklicher als seine wirtschaftlichen. „Ich erwarte, dass Reinfeldt als Regierungschef Auskunft darüber gibt, ob er vor Bildts Ernennung von diesem Engagement gewusst hat. Ich glaube nicht, dass irgendein EU-Politiker mit den Organisationen – zu denen Bildt da Kontakte hatte – in Verbindung gebracht werden will“, sagt Persson. 

Somit schade Bildts Verbindung zum „Committee for the Liberation of Iraq” dem Ansehen Schwedens, meint der Vorsitzende der Sozialdemokraten.

Sybille Neveling 

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista