AMS will Fördermittel - Regierung sagt nein

Auf deutsch gesagt „brummt“ die Konjunktur in Schweden wie schon lange nicht mehr. Und obwohl es  auch immer noch Arbeitslose gibt, fehlen in der Wirtschaft Beschäftigte. Der Grund: Es gibt nicht geügend Fachkräfte. Das soll nun anders werden.

Auf dem schwedischen Arbeitsmarkt muss sich etwas ändern, wenn die positive Entwicklung der Wirtschaft auch in Zukunft gesichert werden soll. Das ist das Fazit des jüngsten Berichts des Zentralen Arbeitsamtes AMS. Und die Behörde nennt auch die aus ihrer Sicht wichtigste Voraussetzung für ein weiteres Wachstum, nämlich die gezielte Ausbildung zu Mangelberufen. So werden in Schweden zur Zeit vor allem Schweißer und Mechaniker, aber auch Computer-Spezialisten gebraucht. Und weil im Zuge steigender Industrieproduktion das Transportwesen wächst, fehlen auch Fernfahrer.

AMS-Chef Bo Bylund äußerte sich in einem Fernseh-Inteview zunächst anerkennend über den Wirtschaftsaufschwung:

„Ich finde es positiv, dass es eine landesweite Entwicklung ist und dass alle Branchen wachsen. Da gibt es natürlich Unterschiede, in manchen Gegenden gibt es mehr Wachstum als in anderen, aber das Ganze entwickelt sich auf breiter Basis.“

Aber, so gab Bylund zu bedenken, das könne sich ändern, wenn nicht rechtzeitig auf die Erfordernisse reagiert werde. Es sei jetzt wichtig, dafür zu sorgen, dass die offenen Stellen mit qualifizierten Kräften besetzt werden könnten. Das könne aber nur gelingen, wenn es entsprechende Schulungen oder Umschulungen gebe. Bylund weiter:

„Das ist eine große Herausforderung. Wir müssen sicherstellen, dass wir am Ende dieser Konjunkturphase nicht noch mehr Langzeit-Arbeitslose haben als vorher.“

Eine Forderung, der sich mit Sicherheit auch die bürgerliche Regierung anschließen könnte. Allerdings gibt es da ein Problem: Schulungsprogramme kosten Geld. Aber das Kabinett hat die Mittel für die das Zentrale Arbeitsamt gerade gekürzt. Der konservative Arbeitsminister Sven-Otto Littorin stellte denn auch klar, dass die Regierung die Verantwortung für die Finanzierung der geforderten Maßnahmen an anderer Stelle sieht:

„Alle wollen ja, dass jemand anderes bezahlt. So ist es nun einmal. Werden aber Arbeitskräfte gebraucht, dann ist es doch ein Gewinn, wenn man dafür sorgt, dass jemand den LKW-Führerschein macht. Genau wie eine neue Drehbank eine Investition ist, so kann man auch in neue Mitarbeiter investieren. Das finde ich nicht besonders abwegig, wenn ich ehrlich sein soll.“

Mit anderen Worten: Die Unternehmer sollen selbst für die Ausbildung dringend gebrauchter Arbeitskräfte sorgen. Und auf die Frage, ob es dafür wirklich kein Geld von der Regierung geben wird, sagte der Minister kurz und bündig:

„Nein, gibt es nicht.“

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