Sven-Otto Littorin

"Jobgarantie" für Jugendliche

Die bürgerliche Regierung macht nun Ernst mit der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Von Dezember an sollen arbeitslose Jugendliche im Alter von 16 bis 24 Jahren eine so genannte Jobgarantie erhalten. Den Jugendlichen werden dann individuelle Unterstützungsprogramme durch das Arbeitsamt angeboten, an denen sie sich selbst aktiv beteiligen müssen. Andernfalls drohen ihnen herbe Einschnitte beim Arbeitslosengeld.

Mehr als 100.000 Jugendliche werden derzeit in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt. Die Dunkelziffer dürfte jedoch beträchtlich höher liegen, weil Arbeit suchende Studenten in Schweden nicht mit eingerechnet werden. Bislang erhielten arbeitslose Jugendliche von ihrer jeweiligen Kommune Unterstützung bei der Jobsuche.

Doch Arbeitsmarktminister Sven-Otto Littorin von der Liberalen Volkspartei will diese regional unterschiedlichen Programme nun bündeln: „Die kommunalen Maßnahmen haben nur dazu geführt, dass Jugendliche unnötig lange arbeitslos waren. Derzeit haben wir 85.000 Jobangebote. Es wäre ein großer Erfolg, wenn wir mehr arbeitswillige und -fähige Jugendliche in Lohn und Brot bringen könnten. Wichtig ist: Bei der Jobsuche darf man sich nicht nur auf Computer und Datenbanken verlassen, sondern man muss buchstäblich raus auf den Arbeitsmarkt, die Leute treffen, sich zeigen.“

Zuckerbrot und Peitsche 

Das neue staatliche Beschäftigungsprogramm ist vom Prinzip Zuckerbrot und Peitsche geprägt. Wer weniger als 30 Stunden pro Woche aktiv nach einem neuen Job sucht, verwirkt seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Überhaupt soll das Beitragsniveau bei arbeitslosen Jugendlichen schneller sinken als bei Jobsuchenden über 24 Jahre.

Auf diese Weise will die Regierung die Motivation, eine Arbeit zu suchen und anzunehmen, zusätzlich stimulieren, erklärt Arbeitsmarktminister Littorin: „Wer nicht aktiv teilnimmt, verliert sein Arbeitslosengeld. Es geht schließlich darum, ins Arbeitsleben zurückzukehren.“

Coaching durch das Arbeitsamt 

Auf der anderen Seite stellt die Regierung landesweit persönliche Betreuer des Arbeitsamtes in Aussicht, die sich der Arbeit suchenden Jugendlichen annehmen und gemeinsam mit ihnen Strategien zur Weiterqualifikation bzw. zur Jobsuche entwickeln. Dieses Programm kann höchstens 15 Monate in Anspruch genommen werden. Die Gesamtkosten der „Jobgarantie“ beziffert die Regierung auf umgerechnet rund 300 Millionen Euro.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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