Hybrid-Espe soll allen Stürmen trotzen

In den vergangenen Jahren haben heftige Winterstürme und Attacken von Insekten Holz zu einer Mangelware in der schwedischen Industrie gemacht. Nun steigt die Nachfrage nach Holzsorten, die dem Sturm die Stirn bieten können - und eine der beliebtesten Alternativen ist derzeit die Hybrid-Espe.

Man nehme eine ganz gewöhnliche schwedische Espe und kreuze sie mit einer amerikanischen Artverwandten. Und schon hat man sie, die Hybrid-Espe. So das Szenario. Um die Lücken in Schwedens Wäldern zu füllen, sind schon Versuche mit mehreren Baumsorten gemacht worden, so mit verschiedenen Fichten und mit Pappeln. Just die Espe sagt den Forschern aber besonders zu - sie wächst nämlich zügig und passt sich den Naturgewalten besser an als eine Fichte.

Bei Skogforsk, dem zentralen Forschungsinstitut der schwedischen Holzindustrie, arbeitet Lars Rytter mit der Entwicklung der Hybrid-Espe. Er preist denn auch vor allem die sturmabweisenden Eigenschaften dieses Baumes. ”Der Vorteil ist: Im Winter, wenn es am häufigsten stürmt, dann hat die Espe ihre Blätter abgeworfen. Das heiβt, sie bietet dem Wind keine groβe Angriffsfläche. Ganz im Gegensatz zur Fichte. Die bietet so richtige Breitseiten und wird daher natürlich auch schnell getroffen”, sagt Lars Rytter.

Teure Anpflanzung

Doch in die Freude an der Espe mischen sich ein paar Wermutstropfen. So kosten Espen-Pflanzen mindestens viermal so viel wie Mini-Fichten. Auβerdem müssen die jungen Espen eingezäunt werden - sie gelten nämlich als Leckerbissen für Elche. Doch die Vorteile wiegen schwerer - und da ist eben zuallererst das rasche Wachstum zu nennen. Lars Rytter sieht die Espe allerdings nicht als 100%igen Ersatz für die herkömmlichen Nadelhölzer, sondern eher als Ergänzung zum bisherigen Baumbestand: „Die Fichte gänzlich zu ersetzen, empfehle ich nicht. Die Fichte ist schließlich unser Rückgrat. Aber wenn es unbepflanzte, leere Stellen gibt  - warum sollte man da nicht einen oder ein paar Hektar Erde für die Hybridespe reservieren?”, gibt der Wissenschaftler zu bedenken.

Der klassische Weihnachts-Nadelbaum ist also in Schweden doch noch keine aussterbende Art. Doch Abwechslung ergötzt: Warum also nicht mal der Tanz um die Weihnachts-Espe.

Anne Rentzsch

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