Schwedischer Schrott nach Afrika

Mehr als hundert schwedische Schrottautos werden seit fast einem halben Jahr in Hamburg und Bremerhaven von den Umweltbehörden festgehalten. Die Fahrzeuge sind in Schweden als verschrottet registriert und sollten nach Afrika exportiert werden.

Im Hamburger Hafen steht ein riesiger Parkplatz voll mit alten Autos. Die meisten sind fahrbereit und sollen nach Westafrika verschifft werden. Dort werden sie entweder überholt und weiterbenutzt oder zerlegt und als Reserveteile verwendet. Rund 100 Wagen dürfen diesen Export nicht antreten, sie sind Sonderfälle, berichtet die Zeitung Miljöaktuellt. In Schweden sind diese Fahrzeuge als verschrottet registriert, die schwedischen Behörden haben Verschrottungsprämien von umgerechnet bis zu 180 Euro pro Wagen ausgezahlt.

Ausfuhrverbot für Müll
Nach der Baseler Konvention von 1989 darf aber kein gefährlicher Abfall – und das ist Schrott - in anderen Ländern entsorgt werden. Nach Deutschland sind die Wagen im Rahmen des EU-Handels gelangt. Aber die EU verlassen dürfen sie nicht. Für Margareta Appelberg von der schwedischen Umweltschutzbehörde liegt der Fall klar auf der Hand: „Wenn man eine Verschrottungsprämie bezieht, dann muss das Fahrzeug auch verschrottet werden. Diese Wagen dürfen nicht nach Afrika gebracht werden.“

Im Dezember ist im Stockholmer Vorort Norsborg ein Autohändler ertappt worden, der mehr als 500 Altwagen aufgekauft und nach Afrika ausgeführt hatte. Für einige dieser Fahrzeuge hatte ihr Besitzer auch die schwedische Verschrottungsprämie kassiert.

Entsorgung von Schadstoffen
Dass die Altautos woanders weiterbenutzt werden, mag zwar zunächst sparsam und umweltfreundlich erscheinen, aber diese Wagen haben es in sich: Nämlich Öl und Schadstoffe wie Blei und Quecksilber, die beim Entsorgen sachgemäß behandelt werden müssen. Aus diesem Grund haben einige afrikanische Länder den Autoimport eingeschränkt: Ghana hat den Zoll für Gebrauchtwagen erhöht und den für Neuwagen gesenkt. Nigeria hat den Import von Altautos ganz verboten.

Schweden hat selbst lange Schwierigkeiten mit Altwagen gehabt, die widerrechtlich irgendwo abgestellt wurden und die Umwelt verseuchen. Als Anreiz für die ordnungsgemäße Entsorgung wurde die Verschrottungsprämie eingeführt.

Verschrottung
Und die macht den Export der Wagen, die in Deutschland stehen, illegal. Nach Ansicht der deutschen Umweltbehörde liegt die Verantwortung für die schwedischen Fahrzeuge bei den schwedischen Behörden. „Wir können die Wagen eigentlich nur auf unsere Kosten zurück nach Schweden bringen“, sagt Margareta Appelberg. „Die andere Möglichkeit ist, sie gleich in Deutschland verschrotten zu lassen.“

Was bleibt, ist eine Rechtsfrage zwischen der Umweltschutzbehörde und den Autobesitzern, die fälschlich eine Verschrottungsprämie beansprucht haben.

Sybille Neveling

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