Schweden aus iranischer Haft entlassen

Zwei schwedische Bauarbeiter, die über ein Jahr lang  unter Spionageverdacht im Iran inhaftiert waren, kamen gestern überraschend frei. Heute Nachmittag landeten die beiden auf dem Stockholmer Flughafen, wo ihre Familien, darunter ein neu geborenes Baby, auf sie warteten.

Jari Hjortmar und Stefan Johansson hatten im Auftrag einer schwedischen Firma auf einer Insel im persischen Golf iranische Bauarbeiter in einer Spezialtechnik zum Gießen von Betonfußböden unterrichtet. In ihrer Freizeit unternahmen sie Ausflüge, und bei einem solchen Ausflug hatten sie vor einem guten Jahr Delfine fotografieren wollen. Mit auf den Bildern waren jedoch auch Masten von Militäranlagen zu sehen. Ein reines Versehen, sagen die Schweden. Ein iranischer Revolutionsgerichtshof verurteilte die beiden Baufachleute wegen Spionage und unerlaubten Betretens von militärischem Sperrgebiet zu drei Jahren Gefängnis. Durch diplomatische Aktivitäten, vor allem des stellvertretenden Vorsitzenden des Außenausschusses im schwedischen Reichstag, Urban Ahlin, kamen die beiden nun überraschend frei. Am Dienstagnachmittag landeten sie in Stockholm.

Gut behandelt
Im Gefängnis sei es zwar extrem langweilig gewesen, doch man habe sie gut behandelt, hatten die beiden vor ihrer Freigabe im iranischen Fernsehen versichert. Jari Hjortmar hielt daran auch in Freiheit fest: „Sehr gut, man hat uns immer gut behandelt und wir haben uns zu keinem Zeitpunkt irgendwie bedroht gefühlt.“
Über den genauen Hintergrund der Freilassung wollen die schwedischen Behörden keine Angaben machen. Sie sei vor allem den zahlreichen Gesprächen von Urban Ahlin zu verdanken. Schwedens Botschafter in Teheran, Christoffer Gyllenstierna, betonte allerdings, dass keinerlei Zusammenhang zu den kürzlich freigegebenen 15 britischen Soldaten bestehe. „Nein, es gibt keinen Grund hier einen Zusammenhang zu vermuten. Die Briten waren ja Militärs auf militärischem Auftrag. Hier ging es um einen rein zivilen Rechtsfall.“

Luise Steinberger

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