Vorsichtiger Optimismus in Trollhättan

Gute Nachrichten für die Autofabrik von Saab im westschwedischen Trollhättan. Der Mutterkonzern General Motors will den Standort bei der Produktion der zukünftigen Kompaktklasse berücksichtigen. Die Unternehmensführung wie auch die Gewerkschaften glauben, dass damit die Produktion über das Jahr 2010 hinaus gesichert ist.

Es ist noch nicht lange her, da musste die Saab-Fabrik in Trollhättan mit dem Opel-Standort Rüsselsheim konkurrieren, wer die Volumenmodelle Vectra sowie Saab 93 und Saab 95 des General Motor-Konzerns in Europa baut. Der Zuschlag ging damals an Rüsselsheim – unter anderem wegen der höheren Kapazitäten in Deutschland. Trollhättan musste sich mit der Produktion eines kleinen Cadillac-Modells zufrieden geben.

Da kommt die Zusage, dass Trollhättan zusammen mit Bochum in Deutschland und zwei weiteren Standorten in Polen und Großbritannien die Modelle der neuen Astra-Plattform bauen darf, gerade recht. Der Vorstandsvorsitzende von Saab, Jan Åke Jonsson ist zufrieden: „Wir können feststellen, dass die aktuellen Modelle bei uns langsam auslaufen und 2009/2010 mit der Produktion neuer Modelle hier begonnen wird. Wir werden hier ungefähr die gleiche Stückzahl produzieren, also ungefähr 100.000 pro Jahr. Ich gehe davon aus, dass wir auch einen Saab bauen. Aber sehr viel mehr kann ich noch nicht sagen.“

Kleiner Saab noch ungewiss
Noch ist jedoch nicht entschieden worden, ob ein neues kleineres Saab- Modell tatsächlich gebaut werden soll. Früher hatte die Konzernleitung jedoch gesagt, dass Saab einfach eine größere Modellpalette brauche, um überleben zu können. General Motors hat derweil angekündigt, dass in die neuen Modelle der Astra-Plattform rund drei Milliarden Euro investiert werden sollen. Wie viel und ob überhaupt Gelder davon nach  Schweden gehen, ist noch ungewiss.

Neuanstellungen wird es jedenfalls so schnell nicht geben. Die Konzernleitung rechnet mit einer Produktivitätssteigerung um rund 30 Prozent.  Es werden also weniger Arbeitsstunden pro gefertigtes Auto anfallen. Ob es dann ein Saab oder ein Opel wird,  ist den Angestellten gleich, wie Mitarbeiter Stefan Sörensson erklärt: „Wir bauen was uns gesagt wird. Auto ist Auto. Das macht für uns keinen großen Unterschied.“

Dennoch freuen sich die Angestellten erst einmal im westschwedischen Trollhättan, wie etwa Johannes Eriksson: „Das ist gut, wirklich gut. Wir können weiter Autos bauen. Das ist auch gut für Schweden. Erwartet habe ich das nicht. Ich habe eher geglaubt, dass die Fabrik hier stillgelegt wird.“

Dieter Weiand

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