Lars Leijonborg tritt vor die Presse

Leijonborg gibt auf

Der Vorsitzende der liberalen Volkspartei, Lars Leijonborg, hat aufgegeben. Der Druck innerhalb der Partei war zu groß geworden. Leijonborg hat bekannt gegeben, dass er im September nicht mehr als Vorsitzender zu Wahl steht.

Den Ausschlag hatte offenbar der Parteiverband in Stockholm gegeben. Als er Leijonborg seine Unterstützung entzog, gab es kein Halten mehr. Resigniert trat Leijonborg vor die Mikrophone und gab den geordneten Rückzug bekannt: „Ich habe heute Vormittag mit dem Vorsitzenden des Wahlkomitees, Lennart Ohlsson, gesprochen und ihm mitgeteilt, dass ich auf dem Parteitag im Herbst nicht länger für den Vorsitz kandidiere. Der Grund dafür ist, dass ich nicht länger die Unterstützung verspüre, um die Partei führen zu können.“  

In den letzten Wochen und Monaten war Leijonborg immer mehr unter Druck geraten. Zwar konnten die Liberalen im September zusammen mit Konservativen, Christdemokraten und Zentrum die Regierung übernehmen, doch das Ergebnis der Volkspartei war längst nicht so gut wie bei der Wahl zuvor – auch damals unter Leijonborg.

Schlechtes Krisenmanagement

Reichlich Gegenwind hatte es auch schon kurz vor der Wahl gegeben, als herausgekommen war, dass Liberale in das Computernetzwerk der Sozialdemokraten eingedrungen waren. Leijonborg hatte während der Computerspionage-Affäre laviert und war nur zögerlich mit der Wahrheit an die Öffentlichkeit gegangen. Kritiker haben ihm ein schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen.

Spätestens von da an waren die Tage Leijonborgs als Parteivorsitzender gezählt. Es war nur nicht klar, wann sich der Wechsel vollziehen würde. Aber Leijonborg hat sich und seine Partei in der Regierung nicht richtig profilieren können. Die Kritik an ihm war von Tag zu Tag gewachsen.

Wer der neue Parteivorsitzende werden soll, ist noch ungewiss. Als Favoriten werden Schulminister Jan Björklund aber auch Europaministerin Cecilia Malmström gehandelt.

Für das Regierungsbündnis ist der Ausfall von Leijonborg ein schwerer Schlag, denn die Allianz hat sich immer sehr stark als persönliche Zusammenarbeit der Vorsitzenden Reinfeldt, Oloffson, Hägglund und Leijonborg verkauft.

Leijonborg wird jedoch seinen Regierungsposten als Bildungsminister behalten – vorläufig.

Dieter Weiand

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