Deregulierung der Flugsicherung

Bald könnte es in Schweden private Fluglotsen geben. Eine staatliche Kommission legt in den nächsten Tagen einen endgültigen Vorschlag vor, wie der Wettbewerb um die Flugleitung aussehen könnte.  Private Anbieter stehen an der Startlinie.

Seit Mitte der 40er-Jahre der kommerzielle Luftverkehr in Schweden aufgenommen wurde, gehört die Flugsicherung zu den Aufgaben der staatlichen Luftfahrtbehörde. Nun könnte dies anders werden. Eine staatliche Kommission machte bereits vor einem Jahr Vorschläge für Privatisierung eines Teils dieser Aufgaben. Während die nationale Flugleitung, also die Begleitung aller Flugzeuge auf dem Radarschirm über schwedisches Hoheitsgebiet, auch weiterhin staatlich bleiben soll, könnten die Fluglotsen auf den einzelnen Flugplätzen von privaten Unternehmen gestellt werden.

EX-SAS-Chef
Dafür stehen schon Interessenten in den Startlöchern, darunter EX-SAS-Chef Jan Carlzon mit seinem privaten Unternehmen ACR: „Wir könnten die Flugsicherung und auch andere Serviceleistungen auf Flugplätzen kosteneffektiver anbieten als sie heute sind. Außerdem würde allein die Tatsache, dass Konkurrenz entsteht, auch den heutigen Monopolisten, also die Luftfahrtbehörde, und ihre Angestellten zu effizienterem Arbeiten zwingen“. Sicherheitsprobleme würde das nicht mit sich bringen, denn alle Anbieter würden ja die gleichen Standards befolgen, meint Jan Carlzon.

Ausländische Anbieter
Auch für ausländische Unternehmen kann sich der schwedische Markt öffnen, glaubt Ingrid Cherfils, die die Privatisierungskommission leitet. „Europa hat ein gemeinsames Regelwerk, das dieselben Grundvoraussetzungen für Lieferanten von Flugsicherungsdienstleistungen festschreibt. Die Voraussetzungen für ausländische Unternehmen in Schweden bestehen also.“ Die meisten anderen europäischen Länder haben allerdings, genau wie Schweden bislang, ein Monopol. Allerdings wurde auch Deutschland und Großbritannien die Deregulierung eingeleitet. Daher könnten aus diesen Ländern möglicherweise relativ schnell Fluglotsen auf schwedische Flugplätze kommen, nicht zuletzt, um einen heute bestehenden Engpass auszugleichen. Lars Håkansson, Geschäftsführer des Flugplatzes von Växjö in der Region Småland, hofft auf die Deregulierung. „Wir möchten gerne Fluglotsen und alle anderen Dienstleistungen, die wir brauchenm auf einem freien Markt kaufen. Die Fluggesellschaften stehen wirtschaftlich unter Druck, den sie an die Flughäfen weitergeben. Wir müssen Kosten sparen und sind daher offen für diesen Wettbewerb.“

Luise Steinberger

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