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Aussenminister Carl Bildt (links) und sein virtuelles Double
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Virtuelle Köstlichkeiten aus Schweden

Botschaft in ”Second Life” eröffnet

Schweden hat eine neue Botschaft. Doch so viel Rummel wie bei der Eröffnung dieser schwedischen Vertretung, hat es in der Vergangenheit selten gegeben. Kein Wunder, die Botschaft steht ja auch nicht in irgendeinem Land dieser Welt, sonder in der virtuellen Welt von „Second Life“. Das ist eine künstlich geschaffene Parallelwelt, in der mehrere Millionen Teilnehmer weltweit über ihre Computer miteinander spielen, handeln und kommunizieren können. Viele Firmen, die es im echten Leben auch gibt, sind dort schon vertreten und verkaufen ihre Produkte virtuell. Jetzt hat Schweden als eines der ersten Länder dort eine Botschaft eröffnet, das so genannte „Second House of Sweden“.

Eingeweiht wurde die Botschaft am Mittwoch von Schwedens Außenminister Carl Bildt und dem Direktor des Schwedischen Institutes Olle Wästberg. Das „Second House of Sweden“ ist eine virtuelle Kopie des echten “House of Sweden“, der schwedischen Botschaft in der US-Hauptstadt Washington. Sie steht nun allen offen, die an Schweden interessiert sind.

Allerlei Infos über Schweden

Die virtuelle Botschaft bietet Ausstellungen und Informationen an. Ob Politik, Industrie, Design oder Kunst - der Interessierte wird sicher fündig. Sogar ein Büffet mit schwedischen Köstlichkeiten und den Rezepten zum Nachkochen findet man dort. Weiter kann man sich in den Sesseln eines großen schwedischen Möbelhauses ausruhen. Es gibt auch eine Ausstellung über den berühmten schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg. Der Besucher kann sich eine virtuelle Kopie seines Budapester Büros ansehen und in seinem Tagebuch lesen.

Laut des Direktors des Schwedischen Instituts Olle Wästberg soll die Botschaft in „Second Life“ den Menschen Schweden näher bringen und ein positives Bild des Landes vermitteln: „Wir müssen natürlich erst mal abwarten. Aber das Projekt hat schon so viel Aufmerksamkeit bekommen, dass sich die Investitionen jetzt schon gelohnt haben.“

Zunächst nur auf Englisch

Jetzt zu Beginn wird in der virtuellen Botschaft auf Englisch kommuniziert. Der Leiter des Projekts Stefan Geens will das „Second House of Sweden“ aber bald erweitern: „Im Prinzip ist alles möglich. Beim Infoportal sweden.se haben wir ja auch mit Englisch angefangen und dann kamen Deutsch, Russisch und Spanisch dazu. Das ist also erst der Anfang. Noch gibt es bei „Second Life“ nicht die Möglichkeit, dass sich die Leute in verschiedenen Foren zum Beispiel auf Deutsch oder Schwedisch unterhalten. Um diese Leute zu erreichen, kann es aber gut sein, dass wir die Botschaft in Zukunft mehrsprachig gestalten.“

Die ersten sind die Schweden mit ihrer Botschaft bei „Second Live“ allerdings nicht. Die Malediven waren etwas schneller und auch das südwestdeutsche Bundesland Baden-Württemberg hat dort bereits eine Landesvertretung. Doch die virtuelle Botschaft stößt nicht bei allen auf Begeisterung. Kritiker sehen die Investitionen von umgerechnet 45.000 Euro als rausgeschmissenes Geld an. Kann man doch in der Botschaft weder Asyl beantragen noch seinen Pass verlängern lassen.

Benjamin Eyssel

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