Stockholm-Råsunda: Hier findet am Mittwoch die Partie Schweden-Island statt.

Nach Fußball-Skandal: Höhere Sicherheit

Nach dem Skandalspiel Dänemark-Schweden am Samstag in Kopenhagen erhöht nun Schwedens Fußballverband die Sicherheit in schwedischen Stadien. Bereits beim EM-Qualifikationsspiel gegen Island am kommenden Mittwoch in Stockholm sollen etliche Sicherheitsleute dafür sorgen, dass die Begegnung ungestört ausgetragen werden kann. Trotz einschlägig bekannter Hooligans gibt sich Schwedens Fußballverband einigermaßen gelassen.

Auch zwei Tage nach dem Skandalspiel im Kopenhagener Parken-Stadion bleibt die Debatte in Fußball-Schweden erhitzt. Die Mehrheit ist der Ansicht, der deutsche Schiedsrichter hat richtig entschieden. Nachdem der Unparteiische beim Stand von 3:3 von einem betrunkenen dänischen Zuschauer auf dem Spielfeld angegriffen worden war, brach er das Spiel ab und erklärt Schweden zum Sieger.

Doch es gibt auch Stimmen, die vor Kollektivstrafen warnen. Eine davon gehört dem in Schweden arbeitenden deutschen Fußballexperten Peter Antoine: „Es gab eindeutig ein Sicherheitsproblem. Mit diesen Typen, die das Spiel zerstören, muss man irgendwie umgehen. Aber es ist definitiv falsch, eine ganze Nationalmannschaft dafür zu bestrafen.“

Ausschreitungen in der Liga 

Vor Strafmaßnahmen durch die europäische Fußballvereinigung UEFA fürchtet sich auch der schwedische Verband. Mit Gewalt durch Hooligans hat Schweden schließlich einschlägige Erfahrungen machen müssen. Immer wieder kommt es im Ligaalltag zu Ausschreitungen. Trauriger Höhepunkt: Ende vergangenen Jahres musste das Stockholmer Derby zwischen Hammarby und Djurgården abgebrochen werden, nachdem Zuschauer auf den Platz gestürmt und Spieler sowie Schiedsrichter angegriffen hatten.

Solche Szenen sollen sich beim EM-Qualifikationsmatch gegen Island nicht wiederholen, verspricht Marketingleiter Jan Larsson: „Wir setzen einen Mix aus professionellen Sicherheitsleuten, Ordnern und ausgebildeten Fanbetreuern ein. Zusätzliches Wachpersonal wird am Spielfeldrand stehen und die Zuschauerblöcke beobachten, um Störenfriede rechtzeitig zu stoppen.“

Angst vor Nachahmungstätern 

Angesichts von 37.000 Zuschauern keine leichte Aufgabe für die insgesamt 250 Sicherheitsleute - zumal nach den unschönen Bildern aus Kopenhagen laut Polizei durchaus die Gefahr von Nachahmungstätern besteht. Doch dieses Risiko bestehe immer, meint der Fußballfunktionär Jan Larsson: „Das ist so, als wenn jemand vor eine S-Bahn springt. Es gibt dann immer Nachahmer. Doch wir sehen keine konkrete Bedrohung, die von einzelnen Hooligans ausgeht. Es wird ein herrliches Fußballfest und niemand wird auf den Platz stürmen.“

Ganz so emotional aufgeladen wie das Spiel gegen Dänemark dürfte die Partie Schweden-Island ohnehin nicht werden. Denn im Gegensatz zu den Dänen sind die Isländer nicht die Fußballerzfeinde der Schweden. Darüber hinaus ist Schweden ohnehin für die Europameisterschaft 2008 so gut wie qualifiziert. Es könnte am Mittwoch also ein ruhiges Spiel werden – am schwedischen Nationalfeiertag.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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