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Heirat zur schönsten Jahreszeit

Publicerat fredag 29 juni 2007 kl 12.36

Die schönste Jahreszeit für den schönsten Tag im Leben: In der schwedischen Hochzeitssaison ab Pfingsten gilt auch das Mittsommerwochenende nach wie vor als attraktives Datum für das Ja-Wort. Überhaupt sind die Schweden ganz versessen aufs Heiraten. Mehr als 45.500 Paare schlossen im vergangenen Jahr den Bund der Ehe, 3% mehr als im Jahr zuvor.

Obwohl jährlich zwischen 60- und 70-tausend Schweden aus der Kirche austreten, wird doch für viele Schweden erst mit Gottes Segen die Hochzeit perfekt. Die Hälfte aller Paare lässt sich kirchlich trauen. So plant es auch Magdalena Karlsson: ”Wir wollen gern kirchlich heiraten, auch wenn wir nicht sonderlich religiös sind. Aber es ist doch so nett in der Kirche, und für mich gehört das irgendwie zusammen.”

Magdalena Karlssons zukünftiger Mann Claes Anerud ist Hoteldirektor in einem Drei-Sterne-Hotel in Täby bei Stockholm und hat schon etliche Hochzeiten ausgerichtet: „Es wird wohl immer üblicher, nicht mehr in der Kirche zu heiraten. Aber es gehört eben doch zur Tradition, auch wenn viele gar nicht gläubig sind”, meint Claes Anerud und erklärt gleich, was noch zu einer traditionellen schwedischen Hochzeit dazu gehört. „Bei einer klassischen Nachmittagshochzeit geht es von der Kirche im Pferdewagen zum Restaurant. Dort wird an einer Tafel gespeist und anschließend gibt es ein großes Fest.”

Ohne Ansprache keine Hochzeit

Wer jetzt glaubt, eine schwedische Hochzeit sei vollkommen normal und könnte in dieser Form auch in Deutschland stattfinden, der täuscht sich. Denn bei schwedischen Hochzeiten braucht man Sitzfleisch. Für Magdalena Karlsson aber steht fest: Ohne all die Ansprachen wäre ihre Hochzeit keine Hochzeit: „Die Reden sind mir sehr wichtig und vergolden doch das Fest. Wenn alle verschiedene Sachen über uns erzählen, dann gibt das der Hochzeit erst die richtige Würze.”

Auch Claes Anerud hat die stundenlangen Abendessen in seinem Hotel noch gut in Erinnerung. Mit vier, fünf Stunden am Tisch muss man bei einer schwedischen Hochzeit mindestens rechnen: „So lange zu sitzen, ist ja eigentlich schlimm. Aber da sind doch so viele, die etwas sagen wollen. Also diese Reden sind schon typisch Schwedisch. In anderen Ländern hält man sich wohl eher ans Speisen und Feiern. Etwas anderes typisch Schwedisches bei der Hochzeit ist wohl der Wiener Walzer.”

Teure Zeitungsannoncen

Um zu sehen, wie wichtig den Schweden das Heiraten ist, braucht man nur einmal die größte Tageszeitung des Landes, „Dagens Nyheter”, aufzuschlagen. Ein Bild, auf dem man einigermaßen erkennen kann, um wen es sich handelt, lassen sich die Frischvermählten gern 400 Euro kosten. Unter der Danksagung stehen Toastmaster und Trauzeugen aufgelistet und gern noch weitere wichtige Beteiligte. Auch das gehört zu einem runden Fest dazu.

Claes Anerud aber sieht doch, dass der Trend in Richtung Individualität geht. Etliche Paare feiern noch schnell auf dem Flugplatz im Kreise ihrer engsten Freunde und verschwinden direkt in die Flitterwochen. Und nicht zuletzt, weil die Kosten für ein ausschweifendes Fest sich unter Umständen in horrende Höhen schwingen, darf auch auf das traditionelle Drei-Gänge-Menü mittlerweile verzichtet werden: „Es muss nicht immer klassisch sein mit Hochzeitstorte obendrauf, sondern bei vielen gibt es nur eine Vorspeise und dann ein Barbequeue mit gleichzeitiger Feier. Es gibt keine Verpflichtung mehr, sich so sklavisch an die alten Muster zu halten.”

Dagegen spricht der anhaltende Wirtschaftsboom. Viele Haushalte können es sich derzeit leisten, beim Fest der Feste in die Vollen zu greifen. Mit dem Sparen bei Hochzeitskleid, Festschmaus und Gästeliste kann man ja noch bis zur nächsten Konjunkturflaute warten.

Liv Heidbüchel

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