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Allsång auf Skansen

Publicerat måndag 2 juli 2007 kl 16.57
The Ark - seit dem Eurovision Song Contest kennt sie jeder in Schweden

Kaum hat der schwedische Sommer richtig begonnen, ist es auch schon wieder Zeit für ein urschwedisches Phänomen - den „Allsång auf Skansen”. Mit dem Allsång ist die Saison fürs gemeinsame Singen eröffnet. Konkret bedeutet das seit nunmehr fast 40 Jahren Folgendes: Bis zu 30.000 Besucher finden sich immer dienstags im Stockholmer Freilichtmuseum Skansen ein, dort treten eine Reihe berühmter Musiker auf und gemeinsam singt man gängige Lieder und Schlager aus Schwedens reicher Volksmusiktradition. Das alles wird live im Fernsehen übertragen, und mehr als zwei Millionen Menschen verfolgen den Allsång von zu Hause aus - und singen auch dort mit. Liv Heidbüchel hat sich den kollektiven Singspaß aus nächster Nähe angesehen.

„Stockholm in meinem Herzen” - auf dieses Lied reagiert ein Viertel der Schweden wie der Pawlowsche Hund. Denn so viele schalten an sieben Dienstagen in Folge pünktlich um 20 Uhr den Fernseher ein und folgen dem Aufruf des allseits beliebten Moderators Anders Lundin. Während sich in Deutschland an Musikantenstadl und Co die Geister scheiden, lechzt der Schwede nach dem volksmusikalischen Genuss in Gemeinschaft - tausende treibt es nach Skansen zum Allsång hautnah.

Um einen der heiß begehrten Sitzplätze zu ergattern, stehen alte Allsång-Hasen schon frühmorgens an. Wohl nur in Schweden locken Schlager und Volksmusik so wie andernorts Robbie Williams oder Bruce Springsteen. Rickard Ahlqvist findet, gemeinsam singen, das geht auch im Stehen, Hauptsache, man ist dabei.

„Das ist schon eine richtige Sommertradition geworden. Man schnappt sich die Kinder und kommt hierher. Oft ist ja auch eine gute Kinderband dabei, und das findet dann mein Ältester super. Allsång bedeutet Sonne, Sommer und Gemeinschaft. Das ist einfach nett. Wir haben vorher noch gepicknickt und uns eingestimmt.” Rentner Uno Fredriksson hat schon unzählige Male zu Hause gemeinsam mit der Familie gesungen, heute hat er sich das erste Mal zum großen Live-Erlebnis aufgerafft. „Das ist doch eine ganz andere Stimmung. Ein bisschen wie beim Hockeyspiel: Alle jubeln, aber keiner weiß so richtig, warum. Ich finde das toll. Ein Gesangsheft habe ich mir nicht gekauft, die gängigen Lieder kann ich alle auswendig.”

Mit Blick über Stockholm, der Sonne im Gesicht und entspannten Menschen um sich, sollte der Allsång eigentlich nur Anlass zur Freude geben. Doch mitnichten. Regelmässig gehen bei den Allsång-Machern Bombendrohungen ein - und längst nicht nur von Verwirrten. Es gibt eben auch einige wenige, dafür überengagierte Allsång-Verächter, die sich vor allem an der Wahl der Stars stört.

”The Ark” - die Stars des Abends
Unangefochtene Stars des Abends sind die Glamrocker The Ark. Spätestens seit ihrer wenn auch weniger glorreichen Teilnahme am Eurovision Song Contest kennt sie in Schweden jeder. Für den Allsång sind solche Zugpferde wichtig, denn sie sorgen für die notwendige Verjüngung des Publikums. Zum Beispiel die 17jährige Angelika Nocky aus Norrköping. Sie und ihre Freundin stechen heraus aus dem Meer von Jugendlichen, die nach Skansen gekommen sind: wild gefärbte Haare, schwarze Schminke und gestreifte Leggins.

„Wir sind hauptsächlich wegen The Ark hier. Aber auch sonst ist das eine nette Sache mit dem gemeinsamen Singen. Dass so viele Leute hierher kommen und so mitmachen!” Aber Angelikas Freundin Kajsa Gullberg hat doch eine Einschränkung: Ohne auch nur annähernd so angesagte Bands wie The Ark, würde für sie Allsång vorerst nicht in Frage kommen: „Dann würden wir das ziemlich albern finden.”

Das weiß auch das Schwedische Fernsehen, das bei wachsender Konkurrenz mehr denn je auf ureigenste öffentlich-rechtliche Unterhaltung setzt. Aktuelle Bands gemischt mit Schlagerstars für Jung und Alt, und für die zu Hause noch ein Bonus: Bei den Volksliedern nämlich läuft wie bei einem Karaokeband der Text mit, dem lauten Mitsingen steht also nichts im Wege. Mit fast 2,3 Millionen Fernsehzuschauern beim Saisonauftakt verzeichnet die Sendung einen neuen Rekord.

Torsten Karlsson und seine Frau Ingrid Hövits aus dem südschwedischen Lund sind eingefleischte Stockholmfans, ein Besuch bei Allsång bildet den krönenden Abschluss des Besuchs in der Hauptstadt. „Das ist einfach nett zuzuhören”, meint Torsten Karlsson. „Aber es fällt auch nicht auf, wenn man falsch singt. Da kann einen keiner für anmachen!” Ingrid Hövits weiss, warum sich gerade die Schweden so für das gemeinsame Singen begeistern. „Man fühlt sich einer Gruppe zugehörig. Die Schweden mögen es vielleicht lieber anonym und in einer großen Gruppe fällt man nicht so auf. Darauf hat doch auch neulich eine Dokumentation hingewiesen, dass die Schweden so grau und langweilig sind. Aber in der Gruppe trauen sie sich dann vielleicht.”

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