Neue Überschwemmungen im südlichen Schweden

Der anhaltende Regen hat in den letzten Tagen vor allem in Südschweden zu groβen Problemen geführt. Häuser stehen unter Wasser, der Verkehr kam teilweise zum Erliegen. Und noch ist Entwarnung nicht in Sicht.

Schon seit knapp zwei Wochen hat das südliche Schweden mit heftigen Niederschlägen zu kämpfen. So musste der Zugverkehr zwischen Malmö und Stockholm zeitweise eingestellt werden, Fernverkehrsstraβen wurden gesperrt. Nachdem sich zum vergangenen Wochenende zunächst eine Entspannung der Lage angekündigt hatte, kommen nun, nach den heftigen Regenfällen in der Nacht zum Montag, aber neue beunruhigende Meldungen vor allem aus der Region rund um den Vätternsee. Die mittelalterliche Stadt Vadstena ist hart vom Hochwasser betroffen, ebenso wie die umliegenden Gemeinden Ödeshög, Huskvarna, Tranås und Gränna, wo Lars Ganesh seine einst schmucke Wohnung inzwischen kaum wieder erkennt:

„Das ist ein Katastrophenplatz, eine Müllkippe. Die Waschmaschine, der Kühlschrank, alles schwimmt. Ein paar Schränke sind umgekippt, ich glaube, jetzt ist hier wirklich alles hin, da ist nichts mehr zu retten.“

Die Lage sei sehr angespannt, sagt Samuel Nyström vom Rettungsdienst: „Die enormen Wassermengen haben hier zu groβen Problemen geführt. Gebäude sind unterspült, Straβen überflutet, Dämme gebrochen.“

In Vadstena hat die Feuerwehr mittlerweile sämtliche Pumpen im Einsatz. Dennoch, so die Verantwortlichen, reiche die Kapazität nicht aus. In Mjölby nähert sich die Zahl der verfügbaren Pumpen ebenfalls dem Ende. Auch in Väderstad steigt und steigt das Wasser. Magnus Davidsson ist einer der Betroffenen: „Gestern waren es fünfzig Zentimeter, jetzt sind es schon 65. Inzwischen reicht mir das Wasser bis zum Gürtel. Klar, dass man unruhig ist. Ich habe Angst, dass die Stromkabel bald nicht mehr mitmachen”, meint er.

Verkehrsteilnehmer in Südschweden mahnt der Rettungsdienst zu erhöhter Aufmerksamkeit: Die zum Teil groβen Wassermengen auf den Fahrbahnen machen Vorsicht vor Aquaplaning und beim Durchfahren überspülter Fahrbahnen unabdingbar. Der schwedische Wetterdienst warnt unterdessen vor weiteren Niederschlägen.

Auch in diesem noch jungen Sommer hat Schweden also schon wieder ein handfestes Hochwasser-Problem. Bereits in den vergangenen Jahren hatten gehäufte Niederschläge für Überschwemmungen vor allem im südlichen und mittleren Schweden gesorgt. Klimawandel oder nicht: Das an Seen und Flüssen so reiche Land wird sich wohl gerade ob seines Wasserreichtums in den kommenden Jahren für weitere Wetterkapriolen wappnen müssen. Im mittelschwedischen Karlstad hat man bereits die Konsequenzen gezogen. Dort wird mittlerweile nicht mehr im wahrsten Sinne des Wortes nah am Wasser gebaut.

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