Göran Hägglund in Almedalen

Psychiatrie soll verbessert werden

Die Situation der schwedischen Psychiatrie muss und soll verbessert werden. Dies die wichtigste Botschaft der Rede, die der Vorsitzende der Christdemokratischen Partei, Göran Hägglund, auf der Politiker-Woche in Almedalen hielt.

Göran Hägglund ist nicht nur Chef der Christdemokraten, in der bürgerlichen Vier-Parteien-Koalition bekleidet er auch das Amt des Sozialministers. Als solcher hat er sich bereits mehrfach mit Nachdruck für Änderungen der Zustände in der Psychiatrie ausgesprochen.

„Wenn ich mir die Psychiatrie in Schweden ansehe, dann bietet sich ein betrübliches, ein beunruhigendes Bild“, so Hägglund in Almedalen. „Die Psychiatrie kämpft mit wirklich groβen Problemen. Lange ist sie sträflich vernachlässigt worden. Meine Aufgabe ist es nun, in so kurzer Zeit wie möglich das zu richten, was über so lange Jahre versäumt worden ist.“

Immer wieder in den vergangenen Jahren hatten Aufsehen erregende Gewalttaten schlaglichtartig die düstere Situation der schwedischen Psychiatrie erhellt. Der wohl bekannteste dieser traurigen Fälle: der Mord an Auβenministerin Anna Lindh. Der Täter hatte kurz zuvor vergeblich um Hilfe in der Psychiatrie nachgesucht. Die Abweisung akut Hilfesuchender gehört ebenso wie beispielsweise die langen Wartezeiten für Selbstmordgefährdete bislang zum schwedischen Alltag. Noch unter der vorigen Regierung waren daher umfassende Untersuchungen zur Verbesserung der Situation gestartet worden. Die bürgerliche Regierung will nun unter anderem die Wartezeiten für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen markant verkürzen. Minister Hägglund will die Kinder- und Jugendpsychiatrie auβerdem per Internet zugänglich machen.

„Rein ins Netz, das ist eine ganz neue Initiative, die wir voraussichtlich im kommenden Jahr lancieren werden. Weshalb? Ganz einfach: Wir müssen da sein, wo die Jugendlichen sind“, betont der Minister. Darüber hinaus soll es laut Hägglund leichter werden, Menschen auch gegen ihren Willen in die Psychiatrie einzuweisen. Bisher ist das nur in vereinzelten Fällen möglich, wenn sich die Betroffenen als gefährlich erwiesen haben.

„Oftmals müssen die Angehörigen abwarten und mit ansehen, wie es ihrem Angehörigen immer schlechter geht, so lange bis er oder sie dann eingewiesen werden und also die nötige Behandlung erhalten kann“, sagt Hägglund. Die Regierung will nun Möglichkeiten für die Ausweitung der Zwangseinweisungen prüfen.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".