Protesttröja mot gruvor på Österlen från 1999. Arkivbild. Foto:Rolf Höjer/Scanpix
Zeit, die Protest-Shirts von 1999 wieder aus dem Schrank zu holen.
Hintergrund

Proteste gegen Bergbau im südschwedischen Österlen

Das Interesse am Bergbau wächst in Schweden stetig. So hat sich die Zahl der Anträge für Probebohrungen in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. In Nordschweden gehört der Bergbau zu den traditionellen Branchen, Kiruna ist so etwas wie die Metropole der Grubenarbeiter. Doch auch am anderen Ende Schwedens, nämlich im südschwedischen Schonen, wollen Firmen nun nach Erdschätzen graben, vor allem nach Alaunschiefer.

Österlen gilt als die schönste Gegend Südschwedens. Nicht nur die Bewohner selbst werden lyrisch, wenn sie nach Worten für den malerischen Landstrich um Simrishamn suchen – auch die naturliebenden Touristen zieht es in Scharen dorthin. Schwedens bekanntestes Apfelanbaugebiet Kivik liegt in Österlen, genauso wie der Nationalpark Stenhuvud. Die Region lebt vor allem von Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittelindustrie – und eben vom Tourismus. Bergbau – das passt nicht nach Österlen, da ist der konservative Lokalpolitiker Christer Akej ganz strikt.

„Österlen ist eine unvergleichliche Marke, eine schöne Gegend, die alle bewahren wollen. Jedes Jahr kommen zwei Millionen Touristen hierher. Wenn man einen starken Eingriff in die Natur vornimmt, würde das dem Tourismus ernsthaft schaden.“

Bevölkerung und Politik stellen sich quer

Schon vor acht Jahren wollte ein Unternehmen in Österlen nach Zink graben, ein Vorhaben, das am Widerstand der Bevölkerung scheiterte. Nun hat es eine dänische Firma auf ein 1000 Hektar großes Gebiet südwestlich von Gärsnäs abgesehen. Dort hoffen die Dänen auf Alaunschiefer zu stoßen, eine Bergart, aus der sich Öl gewinnen lässt. Alaunschiefer macht in Schweden die größten fossilen Brennstoffreserven aus, und Schonen gehört eben zu den Regionen, in denen am meisten Alaunschiefer nachgewiesen wurde.

Der dänische Bergmeister will sich vorab schon mal ein Bild von der Gegend machen, bevor es zum Herbst mit eventuellen Grabungen losgehen könnte. Eine günstige Gelegenheit, um dem Bergmeister den Standpunkt der Grubengegner nahe zu bringen, findet Christer Akej, konservativer Vorsitzender des Gemeindevorstands.

„Wir wollen ihm unsere schöne Landschaft zeigen und ihn darüber informieren, welche Bedeutung der Tourismus für die Gemeinde hat. Und vor allem, welche Rolle gerade die schöne Landschaft dabei spielt. Ich hoffe sehr, dass der Bergmeister einsehen wird, dass Österlen und die Gruben nicht zusammenpassen.“

Tourismus wiegt schwerer?

Schätzungsweise 580 Menschen leben in der Gegend vom Tourismus, meint Christer Akej. Die Branche spült umgerechnet 5,4 Millionen Euro Steuergelder in die kommunalen Kassen. Damit und mit der Landwirtschaft könne der Bergbau niemals mithalten. Das dürfte jedes Bergbauunternehmen anders sehen. Die Zeichen stehen in Österlen auf Konfrontation.

Liv Heidbüchel

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