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Beschlagnahmte Drogensendung
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Internet: Drogenbestellung leicht gemacht

Drogenquelle Internet

Die Schweden bestellen immer mehr Waren übers Internet. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz noch mal kräftig um 13 Prozent. Insgesamt wurde dabei ein Umsatz von umgerechnet fast 2 Milliarden Euro gemacht. Die Schweden bestellen aber nicht nur immer öfter CDs, Klamotten und Konzertkarten übers Internet, immer häufiger werden auch Drogen geordert. Das zeigen neueste Zahlen des schwedischen Zolls.

Allein in diesem Jahr hat der Zoll bereits über 900 Briefe oder Pakete mit Rauschgift beschlagnahmt. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2004 waren es noch weniger als 800 Sendungen, vergangenes Jahr schon 1300 und in diesem Jahr wird erneut auf eine neue Rekordzahl zugesteuert. Inzwischen ist es nicht mehr schwer, Drogenlieferanten im Internet zu finden, sagt Jonas Carlsson vom Zoll: „Es ist ganz leicht, auf die Seiten der Händler zu kommen. Heute hat ja jeder einen Internetanschluss zuhause.“

Das Internet erschwert jedoch dem Zoll die Arbeit ungemein. Denn es ist fast unmöglich, die Lieferanten ausfindig zu machen, sagt Jonas Carlsson: „Es ist äußerst schwer diese Seiten ausfindig zu machen. Wenn man das versucht landet man schnell auf einem Server in Asien, Südamerika oder wo auch immer. Wir wissen aber, dass organisierte Machenschaften hinter dem Ganzen stecken.”

Viele jugendliche Besteller

Wenn eine Drogensendung ausfindig gemacht wird, erstatten die Behörden Anzeige – auch gegen den Empfänger. Die meisten von ihnen bleiben allerdings straffrei. Nur bei größeren Lieferungen und wenn ein Besteller mehrfach auftaucht, werden Ermittlungen in Gang gesetzt. Dabei fällt Jonas Carlsson vom Zoll auf, dass viele junge Menschen unter den Bestellern sind: „Viele der Besteller sind mit dem Internet aufgewachsen und sind geschickt darin, bestimmte Sachen zu googlen. Es ist nicht außergewöhnlich, wenn Jugendliche es für cool halten, sich Joints oder ähnliches im Netz zu bestellen.“ 

Am häufigsten finden die Zollbeamten Cannabisprodukte wie Haschisch. Aber auch Anabolika und härtere Drogen wie Ecstasy, Kokain oder Heroin werden von den Suchhunden aufgespürt. Die finden allerdings längst nicht alle Lieferungen. Da die Internetbestellungen meist in kleinen, gut versiegelten Päckchen verschickt werden, bleiben die meisten unerkannt.

Benjamin Eyssel

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