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Wie krank ist die Ostsee wirklich? Verwirrung durch falsche schwedische Messwerte

Publicerat torsdag 19 juli 2007 kl 09.22

Man stelle sich Folgendes vor: Bei einem Patienten wird Fieber gemessen, aber das Thermometer, das eben noch bei 38 Grad stand, zeigt plötzlich 41 Grad an. Der Arzt ist verwirrt. Ähnliches ist offensichtlich mit dem Patienten Ostsee geschehen.

Dass die Ostsee in den letzten hundert Jahren immer stärker verschmutzt worden ist, kann niemand bestreiten. Am genauen Ausmaß dieser Schadstoffbelastung gibt es jetzt allerdings Zweifel. Eine Forschergruppe der Universität Linköping hat herausgefunden, dass die über mehrere Jahrzehnte in Schweden entnommenen Wasserproben grob fehlerhaft ausgewertet worden sind. Der Leiter der Studiengruppe, Professor Anders Grimvall, findet die neuen Erkenntnisse erschreckend:

„Jeder weiß, dass es in Datenbanken Fehler gibt. Dass sie aber so umfassend sein würden, das war schon ein Schock für mich.“

Nach seinen Worten weichen die gespeicherten Schadstoff-Messwerte teilweise so stark voneinander ab, dass daraus keine verbindlichen wissenschaftlichen Schlüsse gezogen werden können. Mögliche Ursachen für die Messpannen sind laut Grimvall fehlerhafte Analyse-Instrumente oder die unsachgemäße Handhabung der Wasserproben bei der verantwortlichen Hochschule für Landwirtschaft in Uppsala. Das Misslingen der Messungen stellt nach Ansicht von Professor Grimvall die gesamte schwedische Umweltpolitik im Bezug auf die Sanierung der Ostsee in Frage:

„Wenn es unser Ziel ist, die Salz- und Phosphorbelastung der Ostsee um ein Drittel zu senken, ist es bei Messfehlern bis zu 20 Prozent schwer zu sagen, ob man die gesteckten Umweltziele erreicht oder nicht.“

Jens Fölster, Umweltforscher an der Agrarhochschule in Uppsala räumt ein, die zur Verfügung stehende Technik sei nicht perfekt:

„Sie kann natürlich jederzeit verbessert werden, und wir sind dankbar für alle Ratschläge. Es ist gut, dass man darüber diskutiert, wie Umweltschutz aussehen sollte, damit man die gestellten Fragen  sowohl langfristig als auch kurzfristig beantworten kann.“

Ziel der Stockholmer Regierung und der Umweltschutzverbände ist es, bis zum Jahr 2021 den schwedischen Teil der Ostsee von Schadstoffen und Altlasten zu säubern. Die Forscher sollten durch verlässliche Messungen möglichst bald feststellen, wie weit man von diesem Ziel entfernt ist.

Klaus Heilbronner    

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