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Medikamente bestellen leicht gemacht
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Medikamentenquelle Internet

Der Medikamentenhandel im Internet nimmt weltweit zu. Auch Schweden bestellen sich immer mehr Medikamente übers Internet – da diese dort oft billiger sind als in der Apotheke um die Ecke. Viele Internetapotheken locken jedoch auch damit, verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept zu verkaufen. Im Moment ermittelt die Polizei gegen fünf Männer aus Schweden, die über Internetapotheken rezeptpflichtige Narkotika vertrieben haben sollen.

Staatsanwalt Gunnar Fjaestad leitet die Ermittlungen gegen die fünf verdächtigen Männer. Er zeigt, wie leicht es ist, im Internet an verschreibungspflichtige Medikamente zu kommen: „Ich gebe mal „Valium online“ als Suchbegriff in eine Suchmaschine ein und schaue, was passiert. Das ist nicht überraschend – es gibt mehrere Treffer von Internetseiten, die dieses Narkotikum verkaufen. Ganz ohne Genehmigung, völlig illegal.“

Ähnliche Internetapotheken sollen auch die fünf Verdächtigen betrieben haben. Drei von ihnen sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnten sie mit ihren illegalen Internetapotheken in den vergangenen zwei Jahren einen Umsatz von umgerechnet mehr als 1,5 Millionen Euro machen. Im Herbst soll gegen die Verdächtigen Anklage erhoben werden und es erwarten sie hohe Haftstrafen.

Rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept

Eine anklickbare Rubrik der jetzt gestoppten Internetseiten hieß „Rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept kaufen“. Laut Staatsanwalt Gunnar Fjaestad kann man fast alle gängigen Narkotika im Netz bestellen: „Westeuropa und Nordamerika werden förmlich überschwemmt von Valium, Bromazepam und anderen starken Narkotika.“

Diese Medikamente wirken benebelnd, machen abhängig, verstärken die Wirkung von anderen Drogen und können bleibende Schäden hinterlassen. Laut Polizei nimmt der Internethandel von verschreibungspflichtigen Medikamenten stetig zu. Und das trotz immer erfolgreicher werdenden Ermittlungsmethoden der  Behörden.

Kim Nilvall von der Kriminalpolizei vermutet, dass das mit der wachsenden Popularität des Internets zusammenhängt: „Es gibt viele Möglichkeiten, sich zum Beispiel mit W-LAN ins Internet einzuloggen. Der Zugang wird einfacher, die Preise sinken und immer mehr haben einen Computer zuhause.“

Besonders junge Menschen sind gefährdet

Besonders junge Menschen machen von den Möglichkeiten des Internets regen Gebrauch. Krister Gäfvert ist bei der Stockholmer Polizei für Jugendfragen zuständig. Er glaubt, dass die Anonymität des Internets gerade junge Menschen dazu verleitet, Drogen und Narkotika auszuprobieren: „Man ist anonym. Man kommt einfach an Drogen ran. Es gibt ein sehr großes Angebot an verschiedenen Präparaten. Man kann sich die Sachen nachhause bestellen und sie ausprobieren. Das läuft alles viel sauberer ab als früher. Man kann sich vor dem vielleicht etwas schmutzigen Teil drücken. Man geht einfach auf eine Internetseite, kauft ein und lässt sich die Drogen per Post nachhause schicken.“

Der Drogenbeauftragte der Regierung, Björn Fries, zeigt sich besorgt über diese Entwicklung. Wenn auf der Strasse null Toleranz gegenüber Drogen gelten soll, muss dies seiner Meinung nach auch für das Netz gelten: ”Am liebsten wären wir natürlich den Verbrechern einen Schritt voraus. Aber das ist schwer. Nichts desto trotz versuchen versuchen wir die Polizei mit der allerneuesten Ermittlungstechnik auszustatten.”

Benjamin Eyssel

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