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Neuer schwedischer Volkssport: Alkoholkauf per Internet

Genuss mit Reue

Alkohol ist in Schweden ein teures Gut. Umso gröβer war daher in den vergangenen Monaten die Freude vieler Kunden über die neue Möglichkeit, Hochprozentiges zu moderaten Preisen übers Internet erwerben zu können. Doch nun wird den fröhlichen Zechern die Rechnung präsentiert: Vater Staat treibt nachträglich die Steuern ein.

Anfang Juni fiel vor dem Europäischen Gerichtshof ein, wie es zunächst schien, gewichtiges Urteil: Das Gericht entschied nämlich, dass das bis dato in Schweden geltende Verbot privater Alkoholeinfuhr übers Internet nicht rechtens sei. Wer sich über das Verkaufsmonopol Systembolaget mit seinen gepfefferten Preisen ärgere, der könne also fortan edle Tropfen ganz legal übers Netz ordern.

Gegner wie Befürworter sahen damit das Ende der traditionell restriktiven schwedischen Alkoholpolitik eingeläutet. Doch sie hatten nicht mit dem Erfindungsreichtum des schwedischen Staates gerechnet, der auf die Internet-Ware flugs die  hohe schwedische Alkoholsteuer erhob. Und wer die nicht ordnungsgemäβ abführt, der wird belangt. An die 7000 entsprechende Fälle lägen vor, so Jan Erik Beckman, Abteilungschef bei der Steuerbehörde:

„Wir werden sämtliche Fälle genau anschauen und das Material bearbeiten. Sicher, das wird ein Weilchen dauern, aber keiner der Betreffenden wird wohl so einfach davonkommen“, sagt er.

Bei der Fahndung nach den Missetätern hat die Steuerbehörde Hilfe von deutschen und spanischen Behörden bekommen. Sie hatten auf das schwedische Ersuchen hin Internethändler in Deutschland und Spanien unter die Lupe genommen und anschlieβend Listen mit den Namen schwedischer Käufer geliefert. Nun also muss sich die Behörde durch Akten mit insgesamt 7000 Namen arbeiten. An die einhundert Vorgänge, so heiβt es, werde man pro Woche abschlieβen können. Eine Beschäftigung für anderthalb Jahre ist also garantiert – wenn keine neuen Fälle hinzukommen.

Ob man die Steuern von allen Beschuldigten denn auch wirklich wird eintreiben können, ist freilich noch ungewiss. Die Beweislage sei wackelig, räumt man seitens der Steuerbehörde ein. Es existieren eben lediglich Angaben, wonach diese oder jene Person Alkohol erworben hat; das Beweisstück selbst, der Alkohol also, glänzt aber mit Abwesenheit.

„Die Betreffenden können Stellung nehmen“, sagt denn auch Jan Erik Beckman vom Steueramt. „Wenn man keine Kenntnis von dem Kauf hat, dann kann man gegen die Steuerforderungen Einspruch einlegen.“ Wer aus dem Alkohol-Zwist letztlich als Sieger hervorgeht – der einzelne Käufer oder der schwedische Staat – , das scheint doch noch nicht endgültig geklärt.

Anne Rentzsch

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