Knochenschwund nicht nur Frauenkrankheit

Osteoporose gilt als die typische Seniorinnenkrankheit. Doch wie eine schwedische Studie nun zeigt, sind durchaus auch ältere Männer betroffen. Das höchste Risiko tragen dabei, wie so häufig, Raucher.

Eine andere Studie räumt mit der Angst vor Sonnestrahlung auf.

Die Untersuchung an der Sahlgrenschen Universitätsklinik in Göteborg ist Teil einer umfassenden internationalen Studie. In Schweden wurden 3000 Männer im Alter zwischen 69 und 80 Jahren untersucht. Geriatrie-Professor Dan Mellström zur wichtigsten Erkenntnis der Studie: „Es ist sichergestellt worden, dass Rauchen das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche auch bei Männern wesentlich erhöht. Dagegen kann man ganz einfach etwas tun.“

Osteoporose oder auch Knochenschwund wird häufig als Frauenkrankheit betrachtet. Das sei jedoch ein Trugschluss, so Professor Mellström. „Osteoporose wird immer noch zu sehr mit Frauen verbunden als mit Männern“, meint Mellström. Die Studie belege, dass Männer, die rauchen, ein um 80 Prozent höheres Risiko haben,  Knochenkrankheiten zu erleiden.

Als Erklärungsmodell, führt Mellström an, dass die Knochen von Rauchern häufig weniger dicht und belastbar sind. Die chemischen Stoffe im Tabakrauch beeinflussen die Hormonproduktion und den Stoffwechsel. Das führe zu Frakturen im Hüft- und Steißbereich, die schmerzhaft und teuer zu behandeln sind, so Mellström: „Hüftfrakturen sind sehr ernsthaft. Männer mit Hüftfrakturen sterben häufig. 30 Prozent von ihnen sterben innerhalb eines Jahres.“

Die internationale Studie soll dazu dienen, Osteoporose auch bei Männern in Zukunft besser diagnostiziert werden kann.

Sonnenbaden gegen Krebs

Eine weitere Studie von norwegischen Wissenschaftlern räumt mit einem anderen Vorurteil auf. Das Bad in der Sonne muss nicht unbedingt lebensgefährlich sein. Dies zeigt eine Untersuchung, an der auch schwedische Männer und Frauen beteiligt waren.

Obwohl das Risiko für Hautkrebs bei Menschen, die einer intensiven Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, steigt, überwiegen die positiven Einflüsse. So führe die Sonnestrahlung zu einer vermehrten Produktion von Vitamin D im Körper, was zu einem besseren Schutz gegen aggressive Hauttumore führe.

Die Studie baut auf mathematischen Modellen, die den Vitamin-D-Spiegel von britischen und skandinavischen Menschen mit Australiern vergleichen. Je sonniger das Land, desto größer sind die Chancen einen Krebs zu überleben, so die Studie.

Dieter Weiand