Forschung soll Dorsch retten

Die großen Raubfische wie Dorsch und Hecht sollen bald wieder zahlreich in der Ostsee schwimmen. Das ist das Ziel eines neuen, groß angelegten  Forschungsprojekts der schwedischen Fischereibehörde. Auftraggeber für das fünfjährige Projekt ist die schwedische Regierung.

Die Situation ist ernst für die Raubfische in der Ostsee. Aber nicht nur für sie, sondern auch für das gesamte Ökosystem. Ein Projekt der schwedischen Fischereibehörde soll nun Hilfe leisten.  Joakim Hjelm ist Chef des Meeresfischereilabors und erklärt den Zweck der Forschung: „Wir wollen die großen Raubfische wieder zurück in der Ostsee haben, sowohl die küstennahen Arten wie Barsch und Hecht als auch Hochseefische wie den Dorsch. Das kommt dem gesamten Ökosystem der Ostsee zugute.“

Laut Joakim Hjelm ist in den vergangenen 30 Jahren über 80 Prozent des Dorschbestands aus der Ostsee verschwunden. Sogar der Bestand an Barsch und Hecht ist zurückgegangen. Ein Teufelskreis beginnt. Denn wenn es weniger große Raubfische gibt, haben es Arten wie Sprotte und Stichling leichter, sich zu vermehren, weiß der Forscher. Und das wiederum mache es noch schwerer für die großen Raubfische: „Sprotten konkurrieren mit den kleinen Dorscharten in der Ostsee.  Wenn es also zu viele Sprotten gibt, dann verhungern die jungen Dorsche.“

Experimente im Meer

Neben theoretischer Forschung sind auch Experimente im Meer geplant. So will man etwa einen Teil der Sprotten und Stichlinge im Küstengebiet reduzieren und sehen, ob auf diese Weise Barsch und Hecht geholfen ist. Im Blickfeld der Forscher ist dabei immer das Gleichgewicht des gesamten Ökosystems. Und genau hierin unterscheidet sich dieser Forschungsansatz von früheren Untersuchungen. Joakim Hjelm erklärt: „Traditionell schaut man sich nur eine Art oder einen Bestand zurzeit an, etwa den Dorschbestand im östlichen Teil der Ostsee. Wir wollen aber solche Ergebnisse verbinden mit Ergebnissen darüber, wie viele Sprotten es gibt, wie viel tierisches Plankton und wie viel pflanzliches Plankton. Wir sind auf das Gesamtbild aus, das ist das Besondere.“

Joakim Hjelm kann nicht garantieren, dass die Forschung seines Labors tatsächlich den Dorsch und andere Raubfische in der Ostsee retten kann. Doch auf jeden Fall könne die Forschung die Kenntnisse über eine ökologisch nachhaltigere Fischerei vergrößern: „Ich glaube, wir können auch in der Zukunft Fischerei betreiben. Die muss dann aber nuancierter und ausgewogener sein als heute.“ 

Clarissa Blomqvist

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