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Bei der Präsentation des Schattenhaushalts vergangenen Herbst: Pär Nuder
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Baut neues Team auf: Parteivorsitzende Sahlin

Mona Sahlin räumt auf: Pär Nuder muss das Feld räumen

Der finanzpolitische Sprecher von Schwedens Sozialdemokraten Pär Nuder wirft das Handtuch - und ist damit wohl einem Rauswurf durch Parteichefin Mona Sahlin zuvorgekommen. Wochenlang schon schwelten die Gerüchte, wonach sich Sahlin des treuen Weggefährten ihres Vorgängers Göran Persson entledigen wollte. Für ihr Vorgehen gegen Nuder erntet die Parteivorsitzende derweil aus eigenen Reihen Kritik.

Noch nie seit dem Bestehen des Meinungsforschungsinstituts Synovate war der Abstand zwischen den Blöcken so groß wie jetzt. Mehr als 20 Prozentpunkte liegt die Opposition in der jüngsten Untersuchung derzeit vor der bürgerlichen Allianz. In dieses besonders für die Sozialdemokraten erfreuliche Resultat platzt nun Mona Sahlin mit ihren Umbesetzungsplänen. Pär Nuder und sie stünden sich politisch und privat nahe, sagte Sahlin. Doch man habe eine unterschiedliche Sicht darauf, wie die politische Arbeit geführt werden solle. Zeit für einen Wechsel also.

„Unsere Diskussionen in jüngster Vergangenheit drehten sich zum einen darum, dass ich die Arbeitsweise in der Fraktion verändern will“, sagte Parteivorsitzende Sahlin. „Ich habe den deutlichen Auftrag von der Partei, dass wir stärker kollektiv arbeiten sollen. Wenn man eine andere Arbeitsweise gewöhnt ist, kann man die nicht so leicht ändern.“

Loslösung von Persson und seinen Mannen

In den zehn Jahren, die Göran Persson die sozialdemokratische Partei führte, gehörte Pär Nuder zu dem kleinen Kreis engster Vertrauter. Nuder galt sogar vielen als Kronprinz Perssons. Die Loslösung von Nuder wirkt nun wie ein Befreiungsschlag auch von Persson und dem Schatten, den er noch immer auf die Partei wirft.

Die Vorsitzende des Landesverbands Skåne, Helen Fritzon, bedauert die Entscheidung ihrer Parteichefin: „Wir Sozialdemokraten in Skåne finden, dass Pär Nuder als finanzpolitischer Sprecher sehr gute Arbeit geleistet hat. Außerdem ergänzen er und Mona Sahlin sich sehr gut an der Spitze. Für die Partei sind die beiden zusammen gut. Gerade jetzt, wo wir so starken Rückenwind haben, ist der Zeitpunkt für eine Rochade nicht günstig.“

Spitzer Tonfall

Dass Sahlin und Nuder seit Wochen Gespräche über eine Umplatzierung Nuders innerhalb der Partei führen, erfuhren wohl die allermeisten Sozialdemokraten erst durch die Medien. Als die Nachricht über sein bevorstehendes Ende als finanzpolitischer Sprecher durchgesickert war, konterte Nuder im spitzen Tonfall per Pressemitteilung: „Das Leben ist voller Überraschungen.“ Und er freue sich schon darauf, gemeinsam mit dem ehemaligen Finanzminister Bosse Ringholm auf der Bank für alte Opas im Reichstag zu sitzen.

Peter Hultqvist, Vorsitzender des sozialdemokratischen Landesverbandes Dalarna, hält nichts von diesen Scharmützeln:

„Es ist doch bezeichnend, in welcher Form sich dieses Drama abspielt. Wenn man Leute umplatzieren will, muss das anders ablaufen als jetzt geschehen.“

Über den neuen finanzpolitischen Sprecher soll die Fraktion am Dienstag entscheiden. Als Sahlins Favorit gilt Thomas Östros, zurzeit wirtschaftspolitischer Sprecher der Sozialdemokraten.

Liv Heidbüchel

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