Weniger Trawler in der Ostsee

Geld für Fischer, die aussteigen

Der Fischbestand in der Ostsee ist extrem bedroht. So warnen zumindest die Forscher. Bei den alljährlichen Verhandlungen um Fangquoten wird auf diese Warnungen jedoch nur im begrenzten Umfang Rücksicht genommen. Die schwedische Regierung hat sich deshalb jetzt zu einem Alleingang entschieden und will den Berufsfischern den Ausstieg aus ihrem Geschäft schmackhaft machen – mit Geld natürlich.

Gut 20 Millionen Euro hat die Regierung veranschlagt, um Schwedens Fischereiflotte um ein Drittel zu verkleinern. Sie werden an Berufsfischer bezahlt, die ihre Kutter verschrotten. Dazu Fischereiminister Eskil Erlandsson: „Wir haben ja ziemlich viele Boote die sehr viel Fisch fangen. Und so viel Fisch haben wir nicht mehr in unserem Meer. Deshalb müssen wir die Flotte verkleinern, damit wir die biologische Vielfalt erhalten.“

Durch die Berufsfischerei im großen Stil ist vor allem der Dorsch bedroht. Laut Regierung geht das Problem von den rund 350 mittleren und größeren Trawlern aus. Ihre Zahl soll um ein Drittel abnehmen. Wer ganz mit der Fischerei aufhört, erhält dazu eine Prämie.

Darüber hinaus will man jedoch auch den Kauf von modernem Fanggerät subventionieren, damit zu kleine gefangene Fische nicht mehr ins Meer zurückgeworfen werden müssen.

Nachhaltige Fischerei

Die kleinen Fische sollen erst gar nicht in den Netzen zappeln, meint Minister Erlandsson und nennt hier an erster Stelle den Dorsch. Schweden will also etwas tun für die nachhaltige Fischerei in der Ostsee. Das Problem ist jedoch, dass das Land im Vergleich zu den Nachbarn nicht eben eine große Fischereination ist. Doch Erlandsson hofft auf einen Dominoeffekt: „In unserem Nahbereich wird es schon Auswirkungen haben, da der Fisch ja relativ  fest an einem Ort bleibt. Und wir haben ja einen relativ großen Anteil an der Ostsee. Außerdem zeigen wir Möglichkeiten auf, die dann von anderen Ländern auch aufgegriffen werden können – in allen europäischen Meeren.“

Bis zur Erfüllung dieser Vision ist es jedoch ein weiter Weg, denn noch ist nichts darüber bekannt, ob die dann wenigen schwedischen Fischer die gleiche Fangquote erhalten. Darüber hinaus wird sich ein Land wie Schweden, mit einer relativ kleinen Fischereiflotte leichter tun, als andere Länder, in denen die Lobby der Berufsfischer weit größeren Einfluss hat.

Dieter Weiand

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