Marika Martinsson mit ihrem Dressurpferd Salomon

Der Boom ums Pferd

Immer mehr Schweden haben ihre Neigung zum Pferd entdeckt und sind bereit, einiges für ihr Steckenpferd ins Geschäft zu stecken. Der Markt ums Pferd boomt, und ein neuer Bericht verspricht Expansionsmöglichkeiten.

Die Schweden sind aufs Pferd gekommen. Rund 300.000 Pferde gibt es zurzeit im Land, das sind fast genauso viele Pferde wie Kühe. Angetrieben von der neuen Leidenschaft zum Pferd, sprießen nun allerorten neue Unternehmen aus dem Erdboden, die Verschiedenes rund ums Pferd anbieten: Reitställe mit Reitunterricht, Futterverkauf und vieles mehr.  

Eine derjenigen, die von dem neuen Pferdeboom profitieren möchten, ist Marika Martinsson. Sie hat gerade 1, 8 Millionen Kronen in eine neue Reitschule investiert. Mitten im Wald nahe der kleinen Ortschaft Månsarp im nördlichen Småland liegt ihr Unternehmen, in dem sie Pferde und Reiter im Dressurreiten trainiert. Das Geschäft läuft gut, erzählt sie: „Ich bilde hier Pferde und Reitschüler aus, Privatschüler, die ihr eigenes Pferd besitzen. Die Voraussetzungen sind gut mit einem Stall und einer Schule. Die Schüler stehen hier Schlange.“

Verband der Landwirte prognostiziert Expansionsmöglichkeiten

Die meisten Unternehmen in der Pferdebranche laufen gut. Laut einer Untersuchung des Verbandes der Landwirte glauben 80 Prozent aller Pferdeunternehmen, expandieren zu können. Und selbst die Hälfte der landwirtschaftlichen Unternehmen, die bisher keine Pferde haben, erkennen die Möglichkeiten. Eva Engström vom Verband der Landwirte beschreibt den potentiellen Pferdeunternehmer wie folgt: „Viele haben ihr Pferd als Hobby, sie leben dafür, es ist ihr Lebensstil. Sie möchten mehr und mehr das Pferd den ganzen Tag um sich haben und es als Versorgungsquelle nutzen. Von denjenigen wagen viele den Schritt, arbeiten nur noch Teilzeit und gründen in der restlichen Zeit eine Form von Unternehmen, das sie dann weiter ausbauen wollen.“

Die schwedische Regierung unterstützt den derzeitigen Boom ums Pferd und stellt Gelder zur Förderung von Pferdeunternehmen bereit. An mehreren Stellen im Lande wurden Projekte ins Leben gerufen: Beratung, Ausbildung, Netzwerke und ähnliches.

Auch viele Kommunen haben bereits die viel versprechenden Geschäftsmöglichkeiten erkannt und versuchen sich jetzt als Pferdekommune einen Namen zu machen. Ein Beispiel ist die Kommune Vaggeryd in  Südschweden. Hier werden Aktivitäten an der lokalen Trabbahn angeboten aber zum Beispiel auch pferdenahes Wohnen. Kristin Stark ist bei der Kommune für Pferdeangelegenheiten zuständig und erklärt, warum das ländliche Leben auf viele zunehmend attraktiv wirkt: „Als kleine Kommune auf dem Lande sehen wir jetzt die Möglichkeit, unsere Bevölkerung zu behalten und gleichzeitig denjenigen, die hierher ziehen, gute Wohn- und Freizeitmöglichkeiten anzubieten oder ein Unternehmen zu starten. Das Pferd ist heutzutage ein wichtiger Grund für Menschen, aufs Land zu ziehen.“

Das Geschäft mit dem Pferd lohnt sich also für einzelne wie für ganze Ortschaften. Noch. Es bleibt zu hoffen, dass nicht zu viele auf dasselbe Pferd setzen und irgendwann die Ställe voll sind, nur die Reiter fehlen. Clarissa Blomqvist

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