„Faluröd” - schwedische Symbolfarbe

Romantische rote Häuschen bestimmen weitläufig das Bild der Deutschen von Schweden. Und traditionell werden die Häuschen mit Faluröd erst richtig schön schwedisch. Die Farbe Faluröd wird seit 400 Jahren auf dieselbe Art und Weise hergestellt, wichtigste Ingredienz sind die Kupferpigmente aus der Grube in Falun. In Deutschland ist Falu Rödfärg auch bekannt als Schweden-Rot oder Faluner Farbe.

Es sind die Zutaten, die diese Farbe so besonders machen. Wasser, Mehl, Leinöl und Kupferpigmente. Jene Rückstände aus den Abraumhalden der stillgelegten Kupfer-Grube Falun in Dalarna sorgen für eine gewisse Konservierung des Holzes - und machen das Rot zu dem Rot, das wohl jeder Schwedentourist als typisch bezeichnet. Diese sogenannte Schlammfarbe kommt ohne chemische Bindemittel aus und verleiht dem Holz einen mattes Aussehen.

Leif Karlssons Farbgeschäft in Luleå hat Tapeten, Kleister, Farben aller Couleur, und natürlich auch das Faluröd im Angebot. Was seine Kunden zur Hausbemalung kaufen? Immer weniger Faluröd. „Am meisten gekauft werden umweltfreundliche wasserbasierte Farben, gerade in Norrland. Ich würde schätzen...fast 85 Prozent. Faluröd wird eher gekauft für die denkmalgeschützten Hütten in der Kirchstadt Gammelstad, für Häuser auf dem Land oder in den Schären sowie für Scheunen und Vorratshütten“, so Karlsson. 

Rückgang
Den entscheidenden Vorteil der neuen, wasserbasierten Farben sieht der Farbhändler in der längeren Haltbarkeit, und sie sind im Gegensatz zur Schlammfarbe abriebfest. Den Verkaufsrückgang der Traditionsfarbe will das Unternehmen Stora Kopparbergs Bergslags AB mit mehreren Massnahmen stoppen: Zum einen wurde die Marke „Falu Rödfärg“, wie sie offiziell in Schweden heisst, aufgefrischt und mit einem speziellen Logo versehen. Zum anderen wurde vor sechs Jahren zum ersten Mal ein Architektenwettbewerb ausgelobt, der „Rödfärgspris“.

In der Jury arbeitet auch die Architektin Josefina Nordmark aus Luleå. Sie ist wirklich überzeugt von den Vorteilen der Schlammfarbe Schweden-Rot: „Schlammfarben sorgen für einen speziellen Ausdruck, der viele Architekten anspricht. Diese matte Oberfläche, die die Eigenschaften von Holz hervorhebt, im Gegensatz zu den vielen anderen Farben, die sich fast wie eine Plastikschicht auf die Holzfassade legen und nicht das Besondere des Holzes betonen. Schlammfarben arbeiten mit dem Holz zusammen und bewahren die lebendige Oberfläche.“

Und eine dritte Maßnahme, um den Verkauf wieder anzukurbeln, erklärt Farbenhändler Leif Karlsson anhand von Farbproben, kleinen Holztäfelchen, die mit der traditionellen Schlammfarbe bemalt wurden: „Hier die traditionelle Farbe in Rot, die gibt es inzwischen auch in Ocker, Braun und Schwarz. Und in Grün neuerdings auch.“

Nicht nur Rot 
Das Schweden-Rot ist also nicht länger nur rot. Und vor allem das „schwarze Schweden-Rot“ ist außerordentlich beliebt geworden. Den Rödfärgspriset 2006 gewann ein schickes und funktionales Haus in Schweden-Rot-Schwarz. Architektin Josefina Nordmark: „Das Schwarz ist sehr beliebt bei den Architekten, das haben wir ja beim Rödfärgspris gesehen. Viele Entwürfe haben sich mit der schwarzen Farbe beschäftigt. Die gibt eine sehr schöne, matte Oberfläche. Vor allem in der modernen Architektur wird Schwarz oft eingesetzt.“

Der jüngst gebauten schwedischen Botschaft in Santiago de Chile hat Josefina Nordmark ebenfalls Schlammfarben-Anstriche verpasst. « Die Holzteile der Fassade sind in dunklem Grün gehalten. Gerade in Chile ist eine Werbekampagne für die traditionelle Schlammfarbe gelaufen. Überhaupt ist die Aufmerksamkeit für Schweden-Rot im Ausland besonders groß. Das Schwedische Institut in Paris hat gerade eine Ausstellung über Faluröd. Schweden gilt womöglich als Vorbild, wegen seiner langen Tradition im Bauen mit Holz“, so Nordmark. 

Noch ist der Export mit fünf Prozent bescheiden. Doch das gesteigerte Interesse im Ausland am Schweden-Rot, -Grün oder –Schwarz sehen Architektin und Hersteller mit gemischten Gefühlen. Der Vorrat an Kupferpigmenten ist nämlich begrenzt. Sie reichen nur noch hundert Jahre, vorausgesetzt, die Produktion wird NICHT erhöht.

Katja Güth
2008-01-30

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