Ericsson-Chef Carl-Henrik Svanberg.
Gewinnrückgang:

1.000 schwedische Mitarbeiter sollen bei Ericsson gehen

Der Mobilfunkriese Ericsson hat im letzten Quartal 2007 nicht mehr so hohe Gewinne gemacht wie im Jahr davor. Und da der Konzern für das laufende Jahr mit einem Nullwachstum rechnet, tut er das, was Unternehmen in solchen Fällen häufig tun: Er entlässt Mitarbeiter.

Die Botschaft, die Carl-Henrik Svanberg verbreitete, war sozusagen ein Schreck in der Morgenstunde. Um halb acht gab der Chef des Mobilfunkriesen Ericsson bekannt, dass der Konzern im letzten Quartal nicht mehr so viel Gewinn gemacht habe wie noch im Vergleichszeitraum 2006. Waren es damals noch etwa 1,3 Milliarden Euro, die Ericsson als Gewinn verbuchen konnte, so flossen 2007 nur noch etwa 800 Millionen in die Kassen des Unternehmens. Kein Wunder, dass Carl-Henrik Svanberg nicht gerade in Euphorie verfiel:

„2007 haben wird insgesamt etwa 3,2 Milliarden Euro Gewinn gemacht und sind unseren Konkurrenten ein weiteres Stück davongezogen, aber trotzdem ist es enttäuschend, dass unsere Gewinnmarginale sich im Herbst verschlechtert hat.“

Und bei dieser Enttäuschung blieb es nicht. Für das kommende Jahr deutet sich nämlich an, dass der Markt stagniert. Was Ericsson daraus für Konsequenzen zieht, umschrieb Carl-Henrik Svanberg so:

„Wir nehmen Anpassungen an einen Markt vor, der im Jahr 2008 nicht weiter wachsen wird. Eines ist ja klar: Wenn der Markt nicht wächst, müssen wir die steigenden Kosten, die durch die Inflation entstehen, auf andere Art kompensieren.“

Hinter dieser „anderen Art“ der Kompensation verbirgt sich der Abbau von Arbeitsplätzen. Weltweit will der Konzern 4.000 Stellen abbauen, ein Viertel davon soll allein in Schweden wegfallen. Ericsson setzt darauf, dass Angestellte ihre Stellen gegen Zahlung einer Abfindung freiwillig aufgeben. Sollte das allerdings alleine nicht ausreichen, müsse der Konzern auch einigen Mitarbeitern kündigen, so Carl-Henrik Svanberg. Spekulationen um solche Entlassungen hatte es bereits in der vergangenen Woche gegeben. Dabei waren die Produktionsstandorte Gävle und Kumla ins Spiel gekommen. Ob jedoch gerade an diesen Standorten Mitarbeiter entlassen werden, das ließ Svanberg offen.

Gewerkschaften zeigen Verständnis

Die Gewerkschaften zeigten sich angesichts des angekündigten Arbeitsplatz-Abbaus verständnisvoll und zurückhaltend. Thomas Blidberg, Vertreter der Ingenieursgewerkschaft:

„Wir hatten ja über diese Angelegenheit gute Gespräche mit dem Unternehmen. Ich finde, dass das Unternehmen die Sache relativ klug angeht. Auf dem Markt herrscht Druck, es gibt keinen Zuwachs, und dann muss man Maßnahmen ergreifen. Ich kann nicht sagen, wie die Programme für freiwillige Kündigungen diesmal aussehen werden, aber unsere bisherigen Erfahrungen mit Ericsson waren gut.“

Analysten beurteilen die Kündigungen bei Ericsson ebenfalls als logischen Schritt. Johan Strandberg von der SEB-Bank:

„Die Nachfrage nach Ausrüstung für den Mobilfunksektor ist zurückgegangen, die Konkurrenz ist hart, da bleibt einem Unternehmen nichts anderes übrig, als die Kosten zu senken.“

Allerdings, da ist sich Strandberg genauso sicher, wird der Abbau von 1.000 Stellen nicht das letzte Wort von Ericsson gewesen sein. Sollte der Abwärtstrend in der Branche anhalten, sei mit weiteren Spaßmaßnahmen zu rechnen.

Thomas Fenske

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