Giftstoffe nicht nur in Spielwaren

Giftige Chemikalien unter der Lupe

Giftige Lacke in Kinderspielzeug, made in China - nur ein Beispiel für gesundheitsschädliche Chemikalien in Gegenständen des täglichen Lebens. Zehntausende verschiedene Arten von chemischen Stoffen finden sich in importierten Waren, doch darüber, wie sie unsere Gesundheit und die Umwelt beeinflussen, wissen wir beunruhigend wenig. Schwedische Forscher wollen die Auswirkungen der Chemie jetzt genauer untersuchen.

Fünf bis zehn von 60 000 möglichen chemischen Stoffen in importierten Waren will ein schwedisches Forscherteam untersuchen, diese aber im Detail. Die Chemiker der Universitäten Umeå, Stockholm und Göteborg sollen überprüfen, wie Gifte aus den Produkten des täglichen Lebens in die Umwelt gelangen. Der Chemiker Patrik Andersson von der Universität Umeå ist einer der beteiligten Forscher: „Das ist ein sehr guter erster Schritt. Wir werden viel über diese fünf, zehn Stoffe lernen, aber wir werden während des Projekts auch oftmals Vermutungen anstellen müssen. Wir hoffen, dass diese gründlich Untersuchung auch etwas über viele andere Chemikalien verraten wird.“

Systematische Untersuchungen von importierten Waren wie in diesem auf drei Jahre angelegten Projekt gibt es bislang nicht. Bisher wurden gefährliche Stoffe nur durch Zufall entdeckt, etwa zu hoher Bleigehalt in Spielwaren oder das in der EU nicht mehr zugelassene Nonylphenol in Handtüchern. Und Gifte aus Schornsteinen oder Abflussrohren lassen sich zwar leicht messen. Doch sind diese Gifte nur ein kleiner Anteil der zehntausenden von chemischen Stoffen, die täglich in unsere Umwelt gelangen.

Von der Untersuchung einer Handvoll chemischer Substanzen erhofft man sich Erkenntnisse über eine viel größere Anzahl der uns umgebenden Giftstoffe. Beispielsweise werden Weichmacher und Brandschutzmittel unter den untersuchten Stoffen sein. Dennoch wünschen sich die schwedischen Forscher, eine größer angelegte Studie durchführen zu können.  Patrik Andersson vergleicht sein mit 1, 7 Millionen Euro finanziertes Projekt mit einem internationalen Großprojekt über das menschliche Genom: „Warum betreibt man nicht eine solche umfassende Studie? Das wäre natürlich optimal und das, was wir uns wünschen würden. Wahrscheinlich liegen kommerzielle Interessen hinter großen Genforschungsprojekten, die es bei einer Analyse von Umweltrisiken nicht in gleichem Maße  gibt.“

Clarissa Blomqvist

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