Überaus zufriedene Kleinunternehmerin auf Gotland

Nach der Pensionierungswelle: Frauen auf die Chefsessel

Den Frauen gehört die Zukunft. Dieser Auffassung ist die Behörde für Wirtschaftsentwicklung, NUTEK, die sich künftig viel stärker auf Frauen als Unternehmerinnen konzentrieren will. Denn die kommende Pensionierungswelle bedeutet auch, dass Unternehmenschefs ihre Posten räumen - und an ihre Stelle sollten aufstrebende Frauen treten. Nun gilt es nur noch, Frauen mit Unternehmergeist entsprechend zu fördern.

Fast 60 Prozent aller Kleinunternehmer in Schweden erreichen innerhalb der kommenden zehn Jahre das Pensionsalter. Das bedeutet: Rund 200.000 Unternehmen brauchen im selben Zeitraum neue Eigentümer. Und das könnten sehr gut Frauen sein. So sucht beispielsweise die mittelschwedische Provinz Gävleborg weibliche Spekulanten. Helena Wallin aus Gävle ist durchaus interessiert: „Ich finde es richtig, auf Frauen zu setzen, denn die ticken nun einmal ein bisschen anders als Männer. Es ist doch nur gut, endlich die speziellen Eigenschaften und Möglichkeiten von Unternehmerinnen zu betonen.”

”Maud-Olofsson-Gelder” für Unternehmerinnen

Wirtschaftsministerin Maud Olofsson hat zu diesem Zweck staatliche Zuschüsse in Höhe von umgerechnet fast 32 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Innerhalb von drei Jahren sollen mit diesen Geldern Unternehmerinnen unterstützt werden, etwa mit Start-Up-Hilfen oder mit Hilfe von Frauennetzwerken.

Ein Teil der so genannten Maud-Olofsson-Gelder ist einzig dafür reserviert, Frauen die Übernahme von Unternehmen schmackhaft zu machen. Der Kauf einer gut laufenden Firma ist oftmals weitaus sinnvoller, als mühsam ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen, ist Sigbritt Larsson von NUTEK überzeugt.

„Besondere Fördermaßnahmen von Frauen sind immer noch notwendig. Teilweise hängt das damit zusammen, dass Frauen nicht so risikofreudig sind und mehr Wissen darüber benötigen, wie man ein Unternehmen richtig führt.”

Pilotprojekt macht Schule

Im vergangenen Jahr startete die Behörde für Wirtschaftsentwicklung ein Pilotprojekt in Stockholm: Das Projekt richtete sich besonders an Frauen, die durchaus gern Unternehmerin werden wollen, aber keine konkrete Geschäftsidee haben. Bei NUTEK ist man stolz auf das Ergebnis: Mehrere Unternehmen haben seitdem den Eigentümer gewechselt, nun sitzen Frauen auf dem Chefsessel. In Kürze will die Behörde landesweit Ausbildungen für Frauen anbieten, die Unternehmen übernehmen wollen. Besonders wichtig ist dabei, überhaupt in Kontakt mit den Firmen zu kommen, wo sich ein Eigentümerwechsel abzeichnet.

Helena Wallin aus Gävle hofft mit der Ausbildung auf einen Neustart: „Ich hoffe sehr auf konstruktive Unterstützung dabei, eine gute Geschäftsidee zu entwickeln. Dann kann ich vielleicht in absehbarer Zeit ein eigenes Unternehmen gründen. Oder aber ich finde ein Unternehmen, dass zum Verkauf steht - jetzt oder später.”

Liv Heidbüchel

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