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Kaum deutsche Titel auf dem schwedischen Buchmarkt

Publicerat torsdag 13 mars 2008 kl 17.00
Nur wenige Übersetzungen ausländischer Literatur schaffen es in schwedische Buchgeschäfte

Heute öffnet die Leipziger Buchmesse ihre Türen. 2000 Verlage aus fast 40 Ländern präsentieren ihre Neuerscheinungen. Anlass, auch hier in Schweden einen Blick auf den Buchmarkt zu werfen. Wie ist es eigentlich um die ausländische Literatur bestellt? Die Schweden lesen gerne und viel, aber vor allem ihre eigene Literatur. Wenn sie ausländische Literatur lesen, dann hauptsächlich Übersetzungen aus dem Englischen. Das ärgert diejenigen, die sich für Literatur aus anderen Ländern interessieren. Einen von ihnen hat es sogar dazu veranlasst, einen eigenen Buchhandel im Internet aufzumachen.

Die Schweden lesen immer weniger ausländische Literatur. Die Anzahl der auf dem schwedischen Markt angebotenen Übersetzungen aus anderen Sprachen ist in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 20 Prozent gesunken. Dies zeigen die Zahlen des schwedischen Verlegerverbundes. Wurden im Jahre 1987 noch 421 Werke im Bereich der schönen Literatur ins Schwedische übersetzt, waren es im Jahre 2006 nur noch 334. Gestiegene Übersetzungskosten sind ein Grund dafür, dass immer weniger ausländische Bücher ins Schwedische übertragen werden. Der Hauptgrund aber ist die mangelnde Nachfrage. Die Verlage haben sich darauf eingestellt, dass sich offenbar nur wenige Leser für ausländische Literatur interessieren.

Internetanbieter für weltoffene Leser


Wer in Schweden dennoch den Blick über den Tellerrand wagt, ist schlecht bedient. Per Brodén stört schon lange, dass der schwedische Markt nur so wenige ausländische Bücher anbietet. Deshalb hat der literaturbegeisterte Jurist aus Göteborg die Sache selbst in die Hand genommen und die Website www.dixikon.se gegründet. In diesem Internetportal stellt er ausländische Literatur verschiedener Sprachen vor und bietet sie zum Verkauf an. Was hat ihn dazu bewogen, die Site aufzumachen? „Die Lust an Sprache und an Literatur und vor allem das Gefühl, dass etwas fehlte. Das Englische dominiert unsere Kultur hier völlig. Und es mangelt am Überblick und an den Kenntnissen über andere Kulturen in Europa.“

Ausländische Autoren im Original


Deutsche Autoren bietet Dixikon an, französische, italienische, spanische  Verfasser sowie Literatur in anderen skandinavischen Sprachen. Nur englischsprachige Bücher fehlen, ganz bewusst. Literatur aus dem englischsprachigen Raum, meint Brodén, gebe es schließlich auf dem schwedischen Markt zu Genüge.  Sein Eindruck trügt nicht. Unter den ausländischen Titeln dominieren die in englischer Sprache. Ungefähr 75 Prozent der ins Schwedische übersetzten Werke kommen aus dem Englischen. Der Rest stammt überwiegend aus den anderen skandinavischen Sprachen. Die deutschen Verfasser von schöner Literatur, die es in das Programm der schwedischen Verlage schaffen, kann man an einer Hand abzählen. Interessierte Leser, die nicht von dem spärlichen Angebot der Verlage abhängig sein wollen, müssen eben die Bücher im Original lesen, sagt sich Per Brodén: „Bei Dixikon haben wir nur Bücher in der Originalsprache. Denn um Übersetzungen ist es in Schweden schlecht bestellt. Nicht mal die großen deutschen Autoren werden ohne weiteres ins Schwedische übersetzt. An und für sich ist es ja leicht über das Internet an Bücher im Original zu kommen. Das setzt aber voraus, dass man weiß, was man haben will. Dixikon will demjenigen helfen, der etwas Interessantes auf Deutsch lesen möchte, aber nicht verfolgt hat, welche Bücher in Deutschland neu herausgekommen und in der Presse besprochen worden sind. Dixikon will Hinweise geben, welche Bücher lesenswert sind.“

Die Büchertipps liefern bei Dixikon Fachleute, die sich in der Literatur der verschiedenen Sprachen gut auskennen. Es sind Literaturwissenschaftler, Kritiker, Autoren, die lesenswerte Bücher auswählen und in kurzen Rezensionen vorstellen. Schließlich brauche der Leser dringend eine Orientierung angesichts des enormen Angebotes, das es heute auf den ausländischen Buchmärkten gebe, meint Per Brodén.

Dass es Portale wie Dixikon gibt, die auf das spärliche Verlagsangebot reagieren, beweist, dass das Interesse an ausländischer Literatur durchaus da ist. Nur ohne Angebot und die entsprechende Vermarktung gibt es eben auch keine Nachfrage.

Clarissa Blomqvist

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