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Beispiel Handymarkt: Oft unübersichtliche Verträge
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Stockholm-Tensta

Verbraucherschutz: Einwanderer kennen ihre Rechte kaum

Verbraucher sein in Schweden will gelernt sein. Vor allem, wenn man Flüchtling oder Einwanderer ist. Wer interessiert sich schon für das „Preisinformationsgesetz”, wenn er gerade aus Bagdad geflüchtet ist. Dabei gibt es Menschen, die den Überblick haben über diese Gesetze…

Ring ring. Das Telefon klingelt. Kundschaft für Ann-Charlotte Erixon, Verbraucherberaterin in der Stockholmer Vorstadt Tensta. Wer sie anruft hat meistens ein Problem: Die Versicherung zahlt nicht. Der Handyvertrag macht Sorgen. Oder die Spülmaschine ist nach zwei Jahren kaputt und der Hersteller will sie nicht reparieren. So wie in dem Fall einer Frau, mit der Ann-Charlotte Erixon gestern telefoniert hat.

„Diese Frau hatte den Kundendienst angerufen. Dort sagte man, die Garantie sei abgelaufen – und dann haben die einfach aufgelegt”, sagt Erixon. „Das schwedische Verbraucherschutzgesetz sagt aber: Bei einem Produktionsfehler haftet der Hersteller drei Jahre lang. Das wusste die Frau gar nicht.”

1600 Anfragen jedes Jahr
Informieren und aufklären in Sachen Verbraucherschutz – das ist Ann-Charlotte Erixons Job. Und ihr Rat ist gefragt. „Ich habe etwa 1600 Anfragen pro Jahr. Die meisten kommen telefonisch oder per Mail. Viele sind leicht zu beantworten. In andere muss ich mich richtig reinfuchsen.”
Das ist kein Wunder. Denn Schweden hat eine ganze Menge an Verbraucherschutzgesetzen. Die haben so klangvolle Namen wie „Preisinformationsgesetz” oder „Produktinformationsgesetz”. Malin Engstedt vom Verbraucherschutzministerium: „Ich denke, unsere Gesetze schützen die Verbraucher gut: Wer geschädigt worden ist, der kann sich auf unser Verbraucherschutzgesetz berufen.”
Die meisten Schweden kennen diese Gesetze. Doch bei vielen Migranten sieht das anders aus. Vor Erixons Büro sitzen etwa 30 Menschen in einer Wartehalle. Die meisten Frauen tragen ein Kopftuch. Sie warten auf ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt – zwei Türen weiter. Ann-Charlotte Erixon kennen sie nicht.

„Woher soll ich das auch wissen?”
Aha, es gibt hier eine Verbraucherberaterin? Das wusste ich gar nicht, sagt ein Mann aus Eritrea. Und der junge Afrikaner neben ihm ergänzt: „Nein, ich kenne sie auch nicht. Aber woher auch? Hat sie mal auf sich aufmerksam gemacht?

Gute Frage. Ann-Charlotte Erixon sagt ja: „Wir haben eine Anzeige in einer Gratiszeitung. Und es gibt Informationen auf der Internetseite unseres Stadtteils – heutzutage funktioniert der Informationsfluss doch online.”

Mag sein. Doch diese Seite, von der Erixon spricht, ist auf Schwedisch. Und Englisch. Für Migranten, die das Rechtssystem und die Sprache oft nicht so gut kennen, bleibt die Seite unübersichtlich. Denn zu Erixon kommt man erst, wenn man auf die Worte „medborgarkontoret” und ”konsumentvägledning” geklickt hat.

Das ist nur ein Beispiel. Doch Migrantenvertreter finden das symptomatisch. Schweden habe ihrem Urteil nach noch viel zu tun, um auch Verbraucher mit Migrationshintergrund zu schützen.

Dominik Rzepka

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