Logo des schwedischen Vorentscheids

Sweden 12 points!

Am Samstag entscheiden die schwedischen Fernsehzuschauer, wer sie beim Eurovision Song Contest vertritt. Fünf Vorausscheidungen hat’s zuvor schon gegeben. Millionen Schweden haben zugesehen. Der Eurovision Song-Contest ist in Schweden staatstragender als die Krönung eines neuen Königs. Warum nur?

Eine Kneipe in der Stockholmer Altstadt. Auf einer großen Leinwand läuft der fünfte Vorentscheid zum schwedischen Grand Prix. Der blonde Sänger Ola singt seinen Song ”Love in Stereo”. An den Tischen und auf roten Plüschsofas sitzen etwa 50 Gäste.

Die Bar ist gut besucht. Kellner Niklas freut das: ”Dieses Jahr haben wir sogar mehr Gäste als im letzten Jahr. Na und wir haben heute sogar ein Schlagermenü. Da kommen natürlich viele Leute. Die würden sonst alle zu Hause sitzen – aber es ist natürlich viel schöner, das mit Anderen zu sehen.”

Public-Viewing in der Kneipe

So wie Markus zum Beispiel – aus Berlin, gerade ist er zu Besuch in Stockholm. Er ist Grand-Prix-Fan und hat seine Freunde einfach mitgebracht. Die Jungs finden die Atmosphäre super: ”Das Essen ist super und sogar das Personal fiebert mit.” Und überhaupt sei die Begeisterung in Schweden größer als in Deutschland. ”Alle haben Handys in der Hand und stimmen ab. Jeder hat hier offenbar seinen persönlichen Favoriten, für den er mitfiebert.”

Das stimmt. Schweden wählt nicht einfach nur seinen Lieblingssong. Schweden inthronisiert ihn. Vier Vorentscheide hat es bisher gegeben. In jedem haben sich zwei Lieder direkt für das Finale qualifiziert. Zwei weitere kommen in die Relegation. Wer hier die meisten Anrufe bekommt, darf auch noch ins Finale.

Eine klasse Show, findet Besucher Hans: ”Ich seh mir halt einfach gerne  alle Künstler an - und deren Outfits. Schade nur, dass nicht alle singen können.”

Sängerin Carola polarisiert

Ein Seitenhieb auf Sängerin Carola? Sie tritt dieses Jahr zusammen mit Andreas Johnson an. Mit dem Song ”One love”. Eigentlich ist Carola die große Favoritin. 1991 hat sie das europäische Finale schon einmal für Schweden gewonnen. Aber dieses Jahr gönnen ihr viele den Sieg nicht – wie zum Beispiel Nadja.

”Wie ich Carola finde? Kein Kommetar. Nein. Oh nein. Ich sag nichts. Punkt. 1991 war ihr Lied gut. Dieses Lied aber... Na ja!”

Und tatsächlich: Carola fliegt raus. Doch egal, ob man sie mag oder nicht. Fakt ist: In Schweden machen die größten Künstler des Landes mit, beim Eurovision Song Contest. Das sei ein Grund für den grossen Erfolg des Eurovision Song Contests in Erfolgsrezept, sagt Christer Björkman. Er ist der Produzent des schwedischen Vorentscheids.

Die großen Künstler machen mit

”Wir haben eine gute Dramaturgie in unserer Sendung – einfach gute Unterhaltung. Wir bemühen uns um durchgängig gute Qualität”, sagt er im Gespräch mit Radio Schweden. Und in der Tat: Dieses Jahr machen Eskobar, Charlotte Perelli oder Ola mit - das sind grosse Namen in Schweden.

Auf der Leinwand steht inzwischen eine Entscheidung an. Für den blonden Sänger Ola geht’s um den Einzug ins Halbfinale. Moderator Kristian Luuk verkündet die Entscheidung des Publikums: ”Und fürs Halbfinale qualifiziert sich: Melodie Nummer... Eins! Ola! Love in stereo!!”

Liebsegruß aus Norwegen

Jubel bei Ola. In der Kneipe aber ist es relativ ruhig geblieben. Zwei Norwegerinnen an der Theke wenden sich wieder ihrem Bier zu. Sie finden: Egal, wen Schweden dieses Jahr schickt: Der Gewinner steht doch eh schon fest...

”Für uns singt dieses Jahr Maria mit ”Hold on be strong”. Ich bin sicher, dass sie gewinnt! Norwegen gewinnt dieses Jahr!”

Na, wir werden ja sehen. Am 24. Mai – in Belgrad.

Dominik Rzepka 

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