Verteidigunsministerium plant nordische Zusammenarbeit

Das schwedische Verteidigungsministerium plant eine stärkere Zusammenarbeit mit den anderen skandinavischen Ländern. Auf diese Weise hofft man vor allem, Kosten einsparen zu können. Gleichzeitig plant der Verteidigungsminister Sten Tolgfors, die Truppen in Afghanistan zu verstärken. Und das kostet wiederum mehr Geld.

Schon vor einiger Zeit hatte der Oberbefehlshaber der schwedischen Streitkräfte Håkan Syrén zusammen mit seinem norwegischen Kollegen der Regierung einen Bericht vorgelegt. Darin war beschrieben, wie Schweden und Norwegen gemeinsam Soldaten ausbilden, Übungen durchführen und Ausrüstung einkaufen könnten. Jetzt will sich die Regierung von der Armeeführung konkretere Vorschläge darüber machen lassen,  in welchen Bereichen genau Schweden, Norwegen und Finnland zusammenarbeiten könnten. Auch eine Beteiligung von Dänemark und Island ist langfristig geplant.

Von einer Kooperation der nordischen Länder versprechen sich das Militär und das Verteidigungsministerium vor allem Synergieeffekte. Stefan Gustafsson ist Strategiechef der Verteidigung und meint: „Diese Zusammenarbeit eröffnet sehr große Möglichkeiten. Je schneller wir gleiche Systeme schaffen können in verschiedenen Bereichen, gleiche Ausbildung, gleiches Material,  desto mehr Kosten können wir einsparen. Wir bekommen ganz einfach mehr fürs Geld.“

Nach Ansicht von Stefan Gustafsson könnte eine länderübergreifende weibliche Einsatztruppe eine der ersten gemeinsamen Projekte werden. Eine solche weibliche Truppe könnte in Ländern sinnvoll sein, in denen Frauen nur schwer Kontakt zu männlichen Soldaten aufnehmen. Auf lange Sicht könnten auch der gemeinsame Einkauf von U-Boot-Systemen und eine Kooperation bei der Luftüberwachung möglich sein. Der schwedische Verteidigungsminister Sten Tolgfors steht der nordischen Zusammenarbeit positiv gegenüber: „Wir sind für diese Einrichtung. Und jetzt wollen wir sie auch verwirklichen. Deshalb richten wir die Frage an das Militär, wie sie konkret aussehen kann. Nicht nur, ob oder warum, sondern wie? In diese Phase begeben wir uns jetzt.“

Afghanistan-Einsatz wird ausgebaut
Es wird dem Verteidigungsminister gelegen kommen, wenn er durch die nordische Zusammenarbeit Kosten einsparen kann. Denn er hat bereits angekündigt, mehr Geld in die schwedische Einsatztruppe in Afghanistan investieren zu wollen. Zurzeit befinden sich rund 350 schwedische Soldaten in Afghanistan, doch die Armeeführung will die Truppe gerne verstärken. Wie viele schwedische Soldaten demnächst zusätzlich entsandt werden und wie lange der schwedische Einsatz noch dauern wird, hat der Verteidigungsminister bisher nicht gesagt. Angekündigt hat er aber, wofür er mehr Geld ausgeben will: „An erster Stelle auf meiner Prioritätsliste für Afghanistan ist, Rettungshubschrauber dorthin zu bekommen. Das bedeutet natürlich auch eine größere Zahl schwedischer Soldaten, um diese Hubschrauber zu unterhalten. Dies ist vor allem aus moralischen Gründen wichtig. Denn wir müssen da sein zur Unterstützung unserer Männer und Frauen in Afghanistan. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass die ganze Rettungskette funktioniert.“

Im Sinne einer nordischen Zusammenarbeit hofft Sten Tolgfors nun, die Kosten für die Hubschrauber mit Finnland teilen zu können.

Clarissa Blomqvist

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