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Informelle Banksysteme interessant für Terrornetzwerke

Lange bevor Banken Überweisungssysteme eingeführt haben, gab es mit Hawala eine Möglichkeit, Geld schnell, vertraulich und kostengünstig zu transferieren. Auch unter Somaliern in Schweden ist das System beliebt, denn für sie ist es oft die einzige Möglichkeit, Geld an ihre Verwandten am Horn von Afrika zu schicken. Doch weil Hawalas sich nicht selten jeglicher staatlicher Kontrolle entziehen, sind sie auch für Terroristen und für Geldwäscher interessant.

In Stockholms einwandererstarkem Vorort Rinkeby betreibt Jamal Aden eine Hawala. Telefon und Computer sind alles, was er braucht, deshalb reicht als Büro ein einfacher Kellerraum. Im Fernseher läuft BBC, von dort holt sich Jamal Aden alle Nachrichten über die jüngste Entwicklung in Somalia. Dort herrscht Dürre, gerade jetzt wollen viele Somalier in Schweden ihren Verwandten helfen.

„Sie schicken fünfzig, hundert Dollar. Jeden Monat. Wenn man eine Hawala starten will, muss man sich mit Buchhaltung auskennen und natürlich die Regeln des Landes befolgen.“

Zu dem Überführungssystem gibt es im bankenlosen Somalia keine Alternative. Wer das nicht gewohnt ist, dem muss die Überweisung mit Hilfe einer Hawala unweigerlich vorsintflutlich vorkommen: Von Jamal Adens Konto bei der schwedischen Bank Swedbank geht das Geld auf ein Konto in Dschibuti. Von dort geht es per Autotransfer nach Somalia.

Zu schlechte Kontrolle

Hawala ist arabisch und bedeutet „Überführung“. Und nichts weiter wollen in Schweden lebende Somalier tun, wenn sie ihre Verwandten in der Heimat finanziell unterstützen. Dass hinter dem Transfer immer nur lautere Absichten stehen, bezweifelt allerdings die internationale Organisation gegen Terrorfinanzierung, FATF. Mitarbeiter Vincent Schmoll sieht, dass sich immer häufiger auch Terrornetzwerke der informellen Banksysteme bedienen.

„Diese Systeme müssten alle viel besser kontrolliert werden, aber das ist natürlich kompliziert. Wenn Staaten und andere Überwachungsinstanzen zu hart durchgreifen, trifft das auch unschuldige Individuen. Außerdem besteht das Risiko, dass die Geldvermittler ganz untertauchen und sich jeglicher Kontrolle entziehen.“

Bislang sieht es mit der Überwachung von staatlicher Seite jedoch eher mau aus. Die schwedische Behörde etwa, die für die Kontrolle von Unternehmen auf dem Finanzmarkt zuständig ist, soll Hawalas oder andere Geldvermittler überhaupt nicht kontrollieren. Weiteres Problem: Oftmals handelt es sich um derartig geringe Summen, die gar nicht weiter auffallen. Ein Terrorist geht da selten ins Netz, klagt Vincent Schmoll von der FATF.

”Hawalas für Terroristen ungeeignet”

Jamal Aden, der in Stockholm Somaliern beim Geldtransfer hilft, hat rund 400 Kunden. Er kennt sie alle persönlich, beteuert er. Dass sich Terroristen die informellen Banksysteme zunutze machen könnten, hält er für gänzlich ausgeschlossen.

„Somalische Hawalas sind meiner Meinung nach gänzlich ungeeignet, um Gelder von Terroristen zu verschicken.“

Liv Heidbüchel

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