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Sprachgesetz:

Höhere Weihen für das Schwedische

Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth.

Schweden hat, man soll’s kaum glauben, keine offizielle Amtssprache. Das hat lange keinen gestört, weil der weitaus größte Teil der Bevölkerung Schwedisch gesprochen hat und damit kein Regelungsbedürfnis aufgekommen ist. Heute sieht das allerdings ein bisschen anders aus. Auf so manchem Gebiet droht die englische Sprache Schwedisch zu verdrängen. Deshalb sieht nun auch die Regierung Handlungsbedarf.

Olle Josephson ist besorgt. Der Vorsitzende des schwedischen Sprachrates sieht seine Muttersprache auf dem Weg, in wichtigen Bereichen an den Rand gedrängt zu werden – vom Englischen. Dabei ist Josephson kein grundsätzlicher Feind dieser Weltsprache:

„Englisch muss es in der schwedischen Gesellschaft geben. Aber es darf nicht so weit kommen, dass Englisch in wichtigen Bereichen zur einzigen Sprache wird. Zum Beispiel in Unternehmensleitungen, der medizinischen, naturwissenschaftlichen oder technischen Forschung, auf höheren politischen Ebenen oder an zentralen Stellen der Macht.“

Es ist eigentlich auch paradox:  Bereits seit dem Jahr 2000 gibt es in Schweden gesetzliche Bestimmungen zu den fünf Minderheitensprachen des Landes, aber keine einzige für die Hauptsprache. Und so findet das Englische in immer mehr Bereichen Verbreitung. Mit negativen Auswirkungen zum Beispiel für die wissenschaftliche Ausbildung und Forschung, findet Olle Josephson:

„Das führt dazu, dass es viele jüngere Forscher gibt, die über ihre Wissenschaft fast keine anspruchsvolleren Berichte auf Schwedisch verfassen können. Und da kann man sich natürlich fragen, was das für die gesellschaftliche Diskussion zum Beispiel über Klimafragen oder Genforschung bedeuten kann.“

Seit diesem Dienstag liegt nun aber der Vorschlag für ein Sprachgesetz auf dem Tisch der Regierung. Und das soll eindeutig festlegen, dass Schwedisch die Hauptsprache Schwedens ist. Bengt-Åke Nilsson ist Vorsitzender der Ausschusses, der den Gesetzesvorschlag entworfen hat. Er glaubt, dass die Initiative die Stellung der schwedischen Sprache wieder stärken kann:

„Ich glaube, oder zumindest ist das unsere Absicht mit dem Gesetz, dass das Bewusstsein in Sprachfragen gestärkt wird und dass man dann darüber nachdenkt: Wie wollen wir in Sprachfragen vorgehen, wenn es um unsere Forschung geht und um die höhere Ausbildung, Dass wir Programme beschließen und bedenken: Was können wir auf Englisch beitragen und was auf Schwedisch?“

Eine Ansicht, die Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth teilt. Sie erhofft sich von einem Sprachgesetz darüber hinaus Effekte für das Alltagsleben, zum Beispiel im Kontakt zwischen Menschen und Behörden. Gerade auf diesem Gebiet sei Schweden sieht Liljeroth Nachholbedarf:

„Es gibt noch viel zu tun, bis wir eine Sprache haben, die für die allermeisten klar und verständlich ist. Denn oftmals ist die Ausdrucksweise von Behörden nicht so ganz leicht zu verstehen. Da gibt es oft Missverständnisse. Aber obwohl man mit solchen Dingen arbeitet, so hilft ein Gesetz alleine natürlich nicht. Das ist ein kontinuierlicher Prozess.“

Sowohl Bengt-Åke Nilsson als auch Lena Adelsohn Liljeroth betonen, dass andere Sprachen im Lande nicht darunter leiden sollen, wenn Schweden zur Hauptsprache wird. Bengt-Åke Nilsson:

„Uns ist es sehr wichtig, wenn wir sagen, dass wir DIE Sprachen pflegen wollen, dass wir damit nicht nur das Schwedische meinen, sondern auch Minderheitensprachen oder Einwanderersprachen. Es geht uns um alle Gruppen. Und unsere Sorge um die schwedische Sprache darf nicht auf Kosten der anderen Sprachen gehen.“

Pikantes Detail: Ausgerechnet die schwedische Regierung scheint die eigene Sprache bislang auch nicht besonders gepflegt zu haben. Die E-Mail-Adressen der Regierungsmitglieder geben nämlich alle die englische Bezeichnung der Minister wieder. Mit einem neuen Sprachgesetz wäre auch hier Nachbesserung angesagt.

Thomas Fenske

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