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Sitzenbleiben vorgesehen: Schulminister will zusätzliches Schuljahr einführen

Der schwedische Schulminister Jan Björklund setzt seine gründliche Reform des schwedischen Schulwesens fort.  Nun will er durchsetzen, dass schwächere Schüler ein zusätzliches Jahr die Schulbank drücken, bevor sie die gymnasiale Oberstufe beginnen. In Schweden, wo das Sitzenbleiben eigentlich nicht vorgesehen ist, ein kontroverser Vorschlag.

Der damalige Schulminister Göran Persson hatte es Anfang der neunziger Jahre eingeführt, das so genannte individuelle Programm als Teil der schwedischen gymnasialen Oberstufe. Es sollte die schwächeren Schüler auffangen, die besondere Unterstützung während der letzten Schuljahre in der Oberstufe benötigten. Perssons individuelles Programm war ursprünglich nur für wenige Schüler gedacht, hat sich aber im Laufe der Zeit zum größten und teuersten aller gymnasialen Ausbildungszweige entwickelt. In der vergangenen Zeit ist das Programm immer mehr in die Kritik geraten, weil etwa 85 Prozent der Schüler vor Abschluss abspringen. Schulminister Jan Björklund will die fehlgeschlagene Initiative seines Vorgängers nun abschaffen:

„Das individuelle Programm des Gymnasiums ist die misslungenste Initiative des schwedischen Schulwesens. Man investiert jährlich Milliarden von Kronen, um 16- und 17-Jährigen das Lesen und Schreiben beizubringen, wenn man dies eigentlich schon lange in der neunjährigen Grundschule hätte machen sollen.“

In einem System, in dem alle Schüler in den ersten neun Schuljahren eine Einheitsschule, die so genannte Grundschule, besuchen, hat Perssons Idee nicht funktioniert. In Schweden wechseln  98 Prozent aller Schüler nach neun Jahren Grundschule aufs Gymnasium. Hier geschieht dann zum ersten Mal eine Trennung. Verschiedene Ausbildungsprogramme werden angeboten: eher praktisch orientierte, berufsbezogene Programme und theoretische Programme, die auf ein Hochschulstudium vorbereiten.

Jan Björklund will nun Extramittel schon in der Grundschule einsetzen, so dass den schwächeren Schülern rechtzeitig geholfen werden kann. Außerdem will er eine zehnte Klasse an der Grundschule einrichten. Schüler der neunten Klasse, die die Anforderungen für den Übergang in die Oberstufe nicht erfüllen, sollen hier in einem zusätzlichen Jahr unterrichtet werden: „Es sind weniger Schüler, die dieses Extrajahr zwischen der Grundschule und dem Gymnasium machen müssen als heute das gymnasiale individuelle Programm besuchen. Hilft man den schwächeren Schülern schon in den Klassen 1 bis 9, werden weniger Schüler zusätzlichen Unterricht am Übergang zwischen der Grundschule und dem Gymnasium brauchen.“

Das zusätzliche zehnte Jahr soll freiwillig sein. Niemand wird also zum Sitzenbleiben gezwungen. Und doch trifft Björklunds Vorschlag auf Empörung, vor allem bei der sozialdemokratischen Opposition. Auch die Sozialdemokraten wollen das gescheiterte individuelle Programm des Gymnasiums abschaffen. Anders als der Schulminister wollen sie aber ein so genanntes Basisjahr für die schwächeren Schüler auf dem Gymnasium beibehalten. Die Sozialdemokraten befürchten sonst, dass es den älteren Schülern peinlich sein könnte, unter den jüngeren Schülern auf der Grundschule zu verbleiben. Die Frage ist, was peinlicher ist: vor der Oberstufe ein Jahr Spezialunterricht zu bekommen oder in der Oberstufe zu versagen?

Clarissa Blomqvist

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