Schwedens grösste Alkoholmarke wird französisch.

Größter schwedischer Alkoholproduzent wird französisch

Der schwedische Staat verkauft das Alkoholunternehmen Vin & Sprit zum Preis von umgerechnet rund 5, 6 Milliarden Euro an den französischen Getränkehersteller Pernod Ricard. Für alle beteiligten Parteien ein erfolgreiches und zukunftsträchtiges Geschäft, meint Finanzmarktminister Mats Odell.

Von den vier Bietern hat das französische Unternehmen Pernod Ricard das Rennen um den größten schwedischen Alkoholproduzenten gemacht. Umgerechnet rund 5,6 Milliarden Euro bezahlt der französische Konzern für die staatliche schwedische Gesellschaft Vin & Sprit. Die Franzosen zahlen damit einen weit höheren Preis als Experten angesichts der internationalen Finanzkrise erwartet hatten. Der für die Finanzmärkte zuständige Minister Mats Odell ist zufrieden mit dem Geschäft. Die Gelder aus der Privatisierung sollen zur Tilgung der Staatsschuld verwendet werden: „Pernod Ricard hat den besten Preis gezahlt, einen sehr guten Preis für den Staatshaushalt. Mit Vin & Sprit verkaufen wir eine Sparte, die nicht gerade in den Hauptaufgabenbereich des Staates fällt. Das Geld können wir in Zukunft in die Wohlfahrt investieren.“

Weiterhin schwedisches Unternehmen mit Sitz in Schweden
Der Verkauf an das französische Unternehmen sei außerdem gut für Vin & Sprit und seine Angestellten, meint der Minister. Es sei jetzt Teil eines internationalen erfolgreichen Getränkekonzerns. Der Käufer habe zugesagt, dass Vin & Sprit auch nach Vollzug der Übernahme im Sommer 2008 weiterhin eine schwedische Firma bleibe mit Hauptsitz und Produktion in Schweden. Minister Mats Odell: „Pernod Ricard hat eine sehr dezentralisierte Unternehmensstruktur. Beispielsweise ist ihre irische Tochter Jameson ein irisches Unternehmen unter irischer Leitung. Vin & Sprit wird ein schwedisches Unternehmen mit schwedischer Leitung und schwedischem Vorstand sein und selbständige Beschlüsse über seinen Betrieb fassen können.“

Begehrte Marke Absolut Vodka
Lachender Dritter ist aber wohl vor allem Pernod Ricard. Das französische Unternehmen, dem etwa die Marken Chivas und Beefeater gehören, ist nun im Besitz des begehrten Absolut Wodka. Damit hat es auf einen Schlag seine Stellung auf dem internationalen Markt gestärkt. Um Absolut Vodka war es auch den anderen Bietern Bacardi und Fortune Brands hauptsächlich gegangen. Absolut hat nämlich im vergangenen Jahr Vin & Sprits Gewinn von umgerechnet rund 220 Millionen Euro fast alleine erwirtschaftet.  Wenn nun Absolut die größte Marke in ihrem Unternehmen wird, wollen die Franzosen den bestehenden Vertrag mit dem Konkurrenten Stolichnaya kündigen. Schließlich erhofft sich Pernod von dem Kauf des schwedischen Spirituosenkonzerns vor allem Synergieeffekte und Kostenersparnisse in Höhe von umgerechnet rund 15 Millionen Euro.

Zurzeit hat Vin & Sprit  2100 Angestellte in Schweden. Ob sie alle ihren Jobb behalten können, ist heute noch nicht sicher. Was bereits feststeht: 300 Angestellte von Pernod in Skandinavien und dem Baltikum sollen in das schwedische Unternehmen integriert werden. Dennoch ist Finanzmarktminister Mats Odell zuversichtlich. Dass das französische Unternehmen einen so hohen Preis für Vin & Sprit zu bezahlen bereit war, beweise seiner Ansicht nach den Zukunftsglauben des französischen Konzerns sowie den Glauben an sichere Arbeitsplätze und eine steigende Produktion. Inwieweit auch die Angestellten in Schweden Teil dieses Zukunftsplanes sind, liegt künftig jedoch nicht mehr in der Hand des schwedischen Finanzmarktministers.

Clarissa Blomqvist

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