Patienten buchen Arzttermine selbst

Mehr Bürgernähe, auch wenn es um kranke Bürger geht – das ist die Devise, mit der das Warten auf den Arzt verkürzt werden soll. Erste Versuche, bei denen sich die Patienten selbst um die Besuchsplanung kümmern, lassen hoffen.

Schweden gilt auch im Gesundheitswesen als vorbildlich. Trotzdem gibt es auch hier Probleme mit Arztterminen. Wartezeiten von mehreren Wochen, manchmal sogar Monaten, sind nicht ungewöhnlich. Eine der Ursachen ist wie so oft die allgegenwärtige Bürokratie. Bei einigen Polikliniken ist man deshalb dazu übergegangen, die Patienten an der Terminplanung zu beteiligen. Johan Cosmo ist leitender Mediziner in der Kinderklinik von Kristianstad. Er erläutert die Vorteile des engeren Kontakts mit den Eltern der jungen Patienten:

„Wenn wir Ärzte oder Krankenschwestern meinen, dass ein Besuch beim Arzt notwendig ist, dann können wir direkt einen Termin für einen Spezialisten absprechen.“

Bisher war es üblich, dass die Poliklinik die Patienten zu einem bestimmten Datum in die Praxis bestellte. Das verursachte einerseits unerwünschte Wartezeiten. Zum anderen nahmen viele Patienten den vorgeschriebenen Termin nicht wahr. Der nun in Gang gekommene Dialog bei der Buchung von Arztbesuchen zeigt nach Feststellung der Gesundheitsbehörden bereits gute Ergebnisse. Roger Molin ist Abteilungsleiter in der landesweiten Krankenhausverwaltung. Seine Einschätzung des bürgernahen Verfahrens:

„Allgemein kann man sagen, dass es in eine sehr positive Richtung geht. Weil die Patienten mehr Einfluss auf die eigentliche Behandlung haben, werden auch die Ergebnisse und damit die Heilungschancen verbessert.“

Klaus Heilbronner

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