Klimaschutz

Umwelttechnikunternehmen profitieren von Klimadebatte

Umwelt- und Energietechnik erleben derzeit einen Aufschwung, den sich noch vor einigen Jahren kaum jemand hätte vorstellen können. Die gesteigerte Nachfrage haben die entsprechenden Unternehmen der anhaltenden Klimadebatte zu verdanken. An den Börsen werden immer mehr der so genannten „Clean-Tech“- Unternehmen gehandelt – mit wachsendem Erfolg.

Wie sich aus gelagerter Sonnenenergie entweder Wärme gewinnen lässt oder Kälte, das weiß das Unternehmen ClimateWell. Dort arbeitet man mit einem ausgefeilten Wärmepumpsystem - einem umweltfreundlichen Konzept, das in Wohnungen genauso funktioniert wie in Büros oder Krankenhäusern. Das Unternehmen hat sich sein System patentieren lassen und produziert inzwischen ein etwas kleineres Gerät für den Markt. So gut wie heute läuft es jedoch noch nicht lange für das Geschäft.

Im Gründungsjahr 2001 und auch in den folgenden Jahren ließ sich mit Klimaschutz noch keine Werbung machen, erinnert sich Geschäftsführer Per Olofsson.

„Bis 2006 war es nicht gerade von Vorteil, ein Umwelttechnikunternehmen zu sein – im Gegenteil. Um Investoren zu begeistern, musste man das Thema fast schon meiden. Unsere Strategie war eher, unsere Firma als ganz normales Industrieunternehmen zu verkaufen.“

Interesse der Spekulanten steigt stetig

Heute ist das Bild ein ganz anderes, und das betrifft alle Unternehmen auf dem Umwelttechnik- und Energiesektor: Nunmehr suchen Investoren sogar gezielt nach Unternehmen, die auf nachhaltige Technik setzen. Spekulanten investierten im vergangenen Jahr 30 Prozent mehr in Umwelt- und Klimatechnik als im Jahr zuvor. Das sind umgerechnet 37 Millionen Euro.

Doch das ist erst der Anfang. Einer der größten Akteure an den Börsen ist der Schwedische Industrie- und Entwicklungsfonds. Dort will man die Investitionen in den kommenden drei Jahren sogar verdreifachen, erklärt Anders Eklund, beim Fonds für Umwelttechnikunternehmen zuständig.

„Wir beginnen langsam einzusehen, dass diese Unternehmen einen globalen Markt bedienen. Diese Veränderungen in den vergangenen zwei Jahren führen auch dazu, dass die Spekulanten ihre Einstellung ändern.“

Wirtschaftsministerin gelobt mehr Unterstützung

Der Regierung werfen Umweltschützer allerdings vor, zu wenig für die Umwelttechnikunternehmen zu tun. Sie bräuchten weit mehr Starthilfe. Wenn die ausbleibe, gerate Schweden auf diesem Gebiet letztlich ins Hintertreffen. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson hat dieses Problem ebenfalls erkannt und will sich künftig stärker für die Energietechnikunternehmen einsetzen.

„Wir werden eine Strategie erarbeiten, um vor allem die kleinen Unternehmen auf dem Sektor besser zu unterstützen. Um besser auf dem Markt Fuß zu fassen, sollten die kleinen bei den großen Unternehmen mit aufspringen. Die Regierung ihrerseits kann mit Verträgen helfen, indem wir zum Beispiel unseren chinesischen Partnern sagen: Wir haben hier dieses und jenes Unternehmen, die möchten sich gern einmal vorstellen.“

Auch finanziell will die Wirtschaftsministerin den Unternehmen stärker unter die Arme greifen. Einen Rahmen dafür nannte Olofsson bisher jedoch noch nicht.

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