Asylpolitik

Gerichtshof lehnt Ausweisungen nach Kabul ab

In seiner jüngsten Entscheidung hat sich der Einwanderungsgerichtshof erneut gegen einen Beschluss der Einwanderungsbehörde gewendet. Wie der Schwedische Rundfunk meldet, handelt es sich dabei um die Ausweisung von Flüchtlingen in die afghanische Hauptstadt Kabul. Die Richter des Einwanderungsgerichtshofs halten es demnach für unangemessen, einen Mann aus Südafghanistan nach Kabul auszuweisen, weil der Betroffene dort keinerlei Kontakte hat. Richter Sten De Geer sagte im Schwedischen Rundfunk: „Wer nach Kabul ausgewiesen wird ohne eine Verbindung zur Stadt zu haben, hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder man schließt sich einer kriminellen Bande an oder man kehrt in seine Heimatgegend zurück – auch wenn dort Krieg herrscht.“

Die Einwanderungsbehörde will gegen die Entscheidung des Gerichtshofes laut Schwedischem Rundfunk nicht in Berufung gehen. Allerdings werde die Behörde auch künftig nach Kabul ausweisen, erklärt Jurist Joakim Hugosson: „Wir sind eben zu einem anderen Schluss gekommen. Wir sind der Meinung, dass man sich als allein stehender Mann sehr wohl in Kabul ansiedeln kann, auch wenn man dort kein soziales Netzwerk hat.“

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