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Verkehr

Hochgaragen für Drahtesel

Radfahren ist gut für die Gesundheit und für die Umwelt. Immer mehr schwedische Städte möchten sich als radfahrfreundlich profilieren. Allerdings ist das mit Planung und Kosten verbunden. Neue Radfahrwege müssen angelegt und alte instandgesetzt werden. Außerdem benötigen die Radfahrer geeignete Abstellplätze. Malmö und Uppsala planen große gebührenpflichtige Fahrradgaragen in zentraler Lage.

In der Ausstellung in Malmö kommt der gute alte Drahtesel futuristisch daher. Auf einem gigantischen Fernsehschirm wird ein Fahrrad von unsichtbaren Händen in einen Fahrstuhl geschoben und verschwindet vollautomatisch in den höheren Regionen eines Turms, einer Fahrradgarage.

Karin Lindkvist von der Designerorganisation Svensk Form erläutert diese Zukunftsvision: „Der Benutzer hat eine Karte, die zur Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel gehört, diese Karte ist der Garagenschlüssel. Sie öffnet die Fahrstuhltür, und dann bringt der Fahrstuhl das Rad an einen programmierten Parkplatz irgendwo im Turm. Wenn man das Rad wieder abholt, funktioniert es genauso. Die Schlüsselkarte gibt den Impuls und das Rad wird maschinell aus seiner Parklücke herausgeholt. Damit die Maschinerie des Turms möglichst umweltfreundlich ist, wird sie mit Windkraft betrieben. Auf dem Dach sind drei Windmühlen angebracht.“

Fututistische Ausstellung
Das klingt genauso futuristisch, wie die ganze Ausstellung. Malmö nimmt am EU-Projekt Civitas SMILE teil, das für eine nachhaltige Verkehrspolitik und die Veränderung der Verkehrsmittelwahl arbeitet. Die Planung der Fahrradgaragen gehört zu diesem Projekt. In der Ausstellung gibt es auch ein großes Velodrom mit Platz für 2 000 Fahrräder und eine Glaskugel für 1000 Räder.

„Wir wollen zeigen, wie man Menschen dazu bringt, mehr Rad zu fahren. Das Verkehrsmittel Fahrrad soll anderen keinesfalls im Wege sein. Unsere Ausstellung ist eher eine Vision, wie die radfahrende Gesellschaft in Zukunft aussehen könnte.“

Lange Fahrradtradition
Die Stadt hat mehr als 400 Kilometer Fahrradweg. Sie stammen teilweise aus den Vierziger- und Fünfzigerjahren, als tausende von Arbeitern tagtäglich zur Schicht auf den Werften radelten.

Heute greifen vornehmlich Studenten auf den Fahrradtransport zurück, aber das soll anders werden, sagt Sara Forslund. Sie ist Projektleiterin beim Strassenbauamt und erzählt, dass die Stadt Fahrradgaragen im Anschluss an den Citytunnel bauen will. Der Tunnel wird 2011 eröffnet. „Wir suchen Lösungen, die Platz für das Fahrrad schaffen und ihm mehr Status verleihen. Als Verkehrsmittel ist das Rad im Stadtbereich ja nicht zu übertreffen.”

Radfahrerstadt Uppsala
Die Studenten der altehrwürdigen Universitätsstadt Uppsala sind von der Vortrefflichkeit des Fahrrades schon lange überzeugt. Traditionell werden die Räder dort aber eher anarchistisch geparkt.

Die Stadtverwaltung hat massive Schwierigkeiten mit falsch abgestellten Fahrrädern. So massiv, dass sie einen besonderen Anrufbeantworter für Falschparker eingerichtet hat, deren Tretrosse kostenpflichtig entfernt worden sind.

Viktor Sjöberg leitet seit Langem die Planung des Fahrradverkehrs in Uppsala: „Wir haben zwei Vorschläge für Fahrradgaragen. Sie sollen zu beiden Seiten des alten Bahnhofs liegen.“ Also dort, wo noch Tausende von abgestellten Fahrrädern das Stadtbild prägen.

Traditionelle Unordnung
Zurzeit ist das übliche Durcheinander abgestellter Fahrräder noch chaotischer als sonst. Der Bahnhof wird ausgebaut und das charakteristische chromglitzernde Meer von Fahrrädern soll verschwinden. In Uppsala wird jeder dritte Weg zum Bahnhof per Rad gemacht.

Hier muss bessere Ordnung herrschen, auch unter werdenden Akademikern, findet Viktor Sjöberg. „Also diese Unfähigkeit, Schilder und Informationsbroschüren zu lesen ist einzigartig! Auf den meisten Schildern hier steht, dass das Abstellen von Fahrrädern nicht mehr gestattet ist. Und da drüben sind drei oder vier Räder sogar direkt an ein solches Schild angekettet!“ schimpft er und blättert in seinen Plänen und Zeichnungen.

Park and Ride
Die Finanzierung der geplanten Fahrradgaragen ist nicht gesichert. Uppsalas Radfahrer können nur darauf hoffen, dass die räumlichen Probleme bald gelöst sind. Viele Menschen wohnen in Uppsala und arbeiten in Stockholm. Wer das Rad zum Bahnhof nimmt, möchte es natürlich auch gerne dort in der Nähe abstellen – das muss allerdings nicht unbedingt kostenlos sein.

Der Planung nach sind die Plätze in bis zu 200 Meter Entfernung vom Bahnhof für Reisende reserviert, die ihr Rad täglich benutzen. Die Nachfrage sei vorhanden, versichert Sjöberg: „Viele möchten sicher einen eigenen Platz, auf dem sie gegen Gebühr ihr Rad jeden Morgen abstellen können. Aber die Stadtverwaltung muss garantieren, dass ein abgestelltes Rad nach 24 Stunden entfernt wird. Dann stehen mehr freie Plätze in attraktiven Lagen zur Verfügung.“

Fahrradromantik 
Einer, der weiß, wie romantisch die Einstellung zum Drahtesel in einer Universitätsstadt wie Uppsala sein kann, ist Leif Ahlström. Seit den Sechzigerjahren arbeitet er im Fahrradbusiness in Uppsala. Die Geschichte von einem Kunden aus Südschweden ist nur eine von vielen:

„Die Schwester eines Kunden hatte vier Jahre vorher in Uppsala studiert. Als sie wegzog, stellte sie das Rad in der Nähe des Bahnhofs ab, und gab den Schlüssel ein paar Jahre später ihrem jüngeren Bruder, als der anfangen wollte hier zu studieren. Sie beschrieb, wo ungefähr das Fahrrad abgestellt war, er ging hin und fand es! Nach vier Jahren! Er hat es aufgeschlossen und in meine Werkstatt gebracht, weil die Reifen in der Zwischenzeit platt geworden waren.“

Fahrradromantik in allen Ehren. Viktor Sjöberg hat andere Sorgen: „Wie man hier auf dem Fahrradabstellplatz saubermacht? Mit drei Personen: zwei heben jedes einzelne Fahrrad an und einer fegt darunter.“

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